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Ein scharfer Blick aufs „Fatihland“

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Ein scharfer Blick aufs „Fatihland“

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    Imran Ayata
    Imran Ayata

    Ulm Hakan Dagistanli studiert Architektur. In einem Architekturbüro, wegen seines türkischen Namens nach seiner Herkunft gefragt, bekam der junge Ulmer neulich die Antwort: „Das macht nichts!“ Es machte aber durchaus etwas – die Antwort zeigte dem jungen akademischen Nachwuchs, dass die Wahrnehmung von „Bürgern“ und „türkischen Mit-Bürgern“ trotz aller Integration unterschiedlich ist. „Aber wann kommt man an?“.

    „Die Menschen, die vor 50 Jahren aus der Türkei kamen, und ihre Kinder sind angekommen“, sagt Dagistanli. „Wir möchten uns einbringen und einbinden in die Mehrheitsgesellschaft.“ Deshalb entwickelte sich der aus einem sozialdemokratischen türkischen Arbeiterverein entstandene türkische Kulturverein HDB (Halk Dernerkleri Birimi), dessen Vorstandsvorsitzender der Arzt und Ulmer Gemeinderat Haydar Süslü ist, zunehmend zu einem Verein, der sich speziell der Ulmer Lokalpolitik zuwandte.

    Die 104 Mitglieder gehen bewusst gegen eine Parallelgesellschaft an und gestalten das gesellschaftliche, politische und kulturelle Leben in Ulm und Neu-Ulm mit. Die deutsch-türkischen Wochen beginnen am Sonntag im Bürgerhaus Mitte mit dem Programm „Fatihland“ des interkulturell türkischstämmigen Kabarettisten Fatih Cevikkollu. Am 16. Februar liest der in Ulm geboren, in Berlin lebende Autor Imran Ayata bei Gondrom aus seinem Buch „Mein Name ist Revolution“.

    Jazz mit traditionellen türkischen Rhythmen bringt Defne Sahin am 17. März in den Jazzkeller in der Prittwitzstraße 36. Im Vereinslokal von HDB am Unteren Kuhberg 16 gibt es am 20. April eine Podiumsdiskussion zu „50 Jahre Anwerbeabkommen“.

    Und für türkische Familien mit Kindern ist eine stadthistorische Führung gedacht, die am 18. Mai durch Ulms Demokratiegeschichte führt und die Stadtgeschichte anhand bekannter Sehenswürdigkeiten erläutert. Dr. Uwe Schmidt möchte gerade auch Kindern ihre Heimat nahebringen.

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