Kronenbier wird umweltschonend wie zu Großmutters Zeiten mit Natureis gekühlt

Ulm Was aussieht wie ein Baugerüst in der Antarktis, dient der Bierkühlung. Und das seit 125 Jahren.
Unweit der Endhaltestelle von Linie 1 der Straßenbahn stehen die „Natureis-Galgen“ der Söflinger Kronenbrauerei. „So kühlen wir schon immer unser Bier“, sagt Braumeister Artur Russ, der die 1887 gegründete Söflinger Institution in dritter Generation führt.
Die riesigen Eiszapfen entstehen, indem bei Minustemperaturen Wasser aus Ventilen läuft und so über das Gestänge tröpfelt. Diese werden automatisch temperaturabhängig gesteuert und dann von Hand abgehackt oder gesägt. Bis der 400 Kubikmeter fassende Eiskeller voll ist, läuft die Söflinger Eisproduktion. Normalerweise sei das nach drei „Ernten“. Die eisige Fracht dient als Naturkühlung für das Bier bei konstanten null Grad. Die Brauereispezialität „Eisbock“ wird komplett in Eis gebettet. „Das sorgt für eine ganz besondere Reifung“, sagt der Braumeister. Diese Methode war früher, als es noch keine Kühlungen gab, üblich. Heute entlastet sie dazu noch die Brauerei finanziell: Die Kühlmaschinen müssen so lediglich zur Unterstützung laufen, denn das Natureis hält bis in den Spätsommer. „Ein sehr umweltfreundliches und ökologisches Kühlungsprinzip“, sagt Artur Russ, der mit seinem Sohn Marcel bereits auf die vierte Generation Söflinger Brauer bauen kann. Etwa 1350 Hektoliter Bier werden Jahr für Jahr in der 1887 von Braumeister Josef Russ gegründeten Brauerei nach überlieferter Familienrezeptur gebraut. (heo)
Kleinbrauermarkt: Die Kronenbrauerei, die dieses Jahr ihr 125. Jubiläum feiert, ist auch auf dem Kleinbrauermarkt auf dem Südlichen Ulmer Münsterplatz präsent. Der findet am Samstag und Sonntag, 21./22. April, statt.
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