Samstag, 20. Dezember 2014

23. Februar 2012 17:20 Uhr

Ulm

Energen Süd ist pleite

Betrieb der Genossenschaft mit 28000 Mitgliedern geht weiter. Details über die Probleme der Ulmer Einrichtung lesen Sie hier

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Geht die Sonne unter für Energen? Offenbar hat sich die Genossenschaft im Energiehandel verrechnet.  
Foto: dpa

Von Oliver Helmstädter

Ulm 2007 waren sie gegen hohe Gaspreise angetreten, wollten an der von Monopolen geprägten Preisgestaltung der Energieverorger rütteln. Nun hat das einst von Ingenieur Jörg Mössle und mehreren Mitstreitern gegründete Projekt einen herben Rückschlag erlitten: Die Energiegenossenschaft Energen Süd aus Ulm hat Insolvenz angemeldet.

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Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Pluta will gemeinsam mit dem Vorstand der Energen Süd die Genossenschaft über ein Insolvenzplanverfahren erhalten. „Wir führen den Geschäftsbetrieb nahtlos fort“, wird Pluta in einer Pressemitteilung zitiert. Die Genossenschaft werde ihre rund 28000 Mitglieder, die gleichzeitig Kunden sind, weiter mit Strom und Gas versorgen.

Energiegenossenschaft nimmt weiter Mitglieder auf

Die Genossenschaft ist deutschlandweit tätig, schwerpunktmäßig in Süddeutschland. Über die genauen Gründe der Insolvenz war gestern nichts zu erfahren. Pluta müsse sich erst von der Lage in der Genossenschaft ein Bild machen, so Pressesprecher Stefan Zacher

Spätestens seit im vergangenen November auf der Vertreterversammlung bekannt wurde, dass Defizite im Millionenbereich verkraftet werden müssen, war klar, dass es nicht rund läuft in der Genossenschaft. Die Energen Süd hatte in der Vergangenheit Steuern und Abgaben nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht vollständig an ihre Mitglieder weitergegeben. Die erforderlichen Restrukturierungen für eine Konsolidierung habe die Energiegenossenschaft bereits im vergangenen Jahr eingeleitet, um – so die Pressemitteilung Plutas – nachhaltig positive Auswirkungen zu erzielen.

So sollte das Ganze funktionieren: Jedes Mitglied zeichnet entsprechend seinem Stromverbrauch einen bestimmten Geschäftsanteil, mindestens jedoch 100 Euro. Die Genossenschaft kümmert sich um die Kündigung des Vertrags mit dem bisherigen Anbieter, kauft das Gas günstig ein und liefert. Der Überschuss wird jedes Jahr in Form einer Rückvergütung ausgeschüttet. Die Energen Süd zahlt keine üppigen Vorstandsgehälter, keine Aufsichtsratsvergütungen und begrenzt jede Art von Verwaltungskosten auf ein Minimum, versichern die Initiatoren. Auf diese Weise sollte jedes Mitglied unterm Strich Haushalte 200 bis 400 Euro Strom einsparen.

So die Theorie. In der Praxis waren die in ganz Süddeutschland tätigen Energie-Rebellen offenbar mit dem Tempo des Wachstums überfordert. Der Energiemarkt in Deutschland wird nach wie vor von vier großen Konzernunternehmen beherrscht. „Sich in einem solchen Umfeld zu behaupten ist kein Spaziergang“ steht auf der Homepage der Energen. Dies musste die Genossenschaft jetzt am eigenen Leib erfahren. Trotz Insolvenz nimmt die Energiegenossenschaft aber weiter Mitglieder auf. (heo)

Info:  

In Verbindung mit der Energiewende stieg die Zahl der genossenschaftlich organisierten Energieproduzenten, insbesondere der Bürgersolaranlagenbetreiber deutlich. Seit 2008 nahm die Anzahl der Bürgerenergiegenossenschaften rasant zu auf etwa 300 im Jahr 2011. Energen Süd ist im Jahr 2007 von einer Gruppierung gegründet worden, die sich zum Ziel gesetzt haben, über den gemeinsamen Einkauf von Energie einen Vorteil an die Genossenschaftsmitglieder weiterzugeben. Aus einer Idee von 14 Gründungsmitgliedern wurde eine Genossenschaft mit aktuell nach eigenen Angaben etwa 27 700 Mitgliedern.

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Ulm | Michael Pluta | Deutschland

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