Samstag, 25. Mai 2013

04. Mai 2012 12:06 Uhr

Fernsehen

Eurokrise mitten in der Fuggerstadt

Am Montag wird „Jetzt red i, Europa“ in der Schranne aufgezeichnet. Karten zu haben

Weißenhorn Im ältesten Gebäude der Fuggerstadt geht es um Schlachterplatten und Staatspleiten: Der Bayerische Rundfunk wird am Montag, 7. Mai, eine Ausgabe von „Jetzt red i, Europa“ (19 Uhr) in der Schranne aufzeichnen. In der Sendung können Bürger ihre Anliegen zu europäischer Politik vorbringen – und mit Experten darüber diskutieren. Als Redner werden der Eurokritiker Professor Joachim Starbatty und die Europa-Abgeordneten Barbara Lochbihler (Grüne) und Manfred Weber (CSU) vor Ort sein. Fernsehredakteurin Annette Peter freut sich auf die Aufzeichnung in der Weißenhorner Schranne: „Es ist ein toller Saal.“ Rund 120 Bürger können die Gespräche und die Arbeit des Fernsehteams verfolgen. Noch gibt es Karten.

Am Anfang sei die Nachfrage sehr groß gewesen, sagt Hauptamtsleiterin Katrin Geiger: „Die Tickets sind weggegangen wie die warmen Semmeln.“ Zuletzt sei das Interesse aber etwas abgeflaut. Rund 30 Karten für die Aufzeichnung von „Jetzt red i, Europa“ können im Rathaus noch kostenlos abgeholt werden.

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Unter den ehrwürdigen Balken der Schranne dürfte es am Montagabend hoch hergehen: Die Zuschauer können sich auf heiße Diskussionen gefasst machen, unter anderem soll es um den Rettungsschirm für europäische Schuldenstaaten gehen. Peter: „Ein Dauerbrenner.“

Kritik an Finanzspritzen für bankrotte EU-Länder

Mit Joachim Starbatty wird einer der bekanntesten Kritiker der Finanzspritzen für bankrotte Länder in der Schranne zu Gast sein. Der 71-jährige Volkswirtschaftler hat vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Milliardenkredit für Griechenland geklagt. Seiner Ansicht nach verstößt die Hilfsaktion gegen EU-Recht und das deutsche Grundgesetz. „Ein netter Typ“, sagt Redakteurin Peter über Starbatty, der zum dritten Mal für die Sendung an einer Debatte teilnimmt. Auch in Weißenhorn wird der Finanzexperte wohl Klartext sprechen.

In der Schranne wird es um die Fragen: Wie lange gibt es Europa noch? Wie lange den Euro? Ist Griechenland in der Europäischen Union (EU) zu halten?

Auch die Angeordneten Barbara Lochbihler, die ehemalige Generalsekretärin der deutschen Sektion der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“, und Manfred Weber sind erfahrene Gäste bei „Jetzt red i, Europa“. Sie werden unter anderem über das Schengen-Abkommen sprechen, das Kontrollen an den Grenzen von Mitgliedsstaaten ausgesetzt hat. Der Hintergrund: Es gibt innerhalb der EU Überlegungen, die freie Fahrt abzuschaffen. Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich und sein französischer Amtskollege Claude Guéant haben zuletzt einen gemeinsamen Brief an den Präsidenten des europäischen Rates geschrieben. Sie wollen die Grenzen wieder kontrollieren. So sollen illegale Einwanderer aufgespürt werden.

Aber auch Themenvorschläge von Bürgern aus der Region haben es in die Sendung geschafft. So hat etwa Andreas Wöhrle, der Kreisobmann des bayerischen Bauernverbands aus Pfaffenhofen, die EU-Hygieneverordnung für Schlachtbetriebe auf den Wunschzettel gesetzt. Nach seiner Meinung sind die Vorschriften zu streng – kleine Betriebe könnten sie gar nicht erfüllen. Landwirt Wöhrle nennt ein Beispiel: Will er 40 Ferkel schlachten lassen, muss er die Tiere nach Hessen bringen. Viele kleine Schlachtbetriebe hätten bereits geschlossen. Das bekomme auch der Verbraucher zu spüren, so Wöhrle.

Eine Krankenschwester der Caritas-Sozialstation Weißenhorn/Pfaffenhofen/Roggenburg wird über die Pläne sprechen, wonach Pfleger innerhalb der EU künftig ein Abitur vorweisen sollen. Darüber wurde zwar bereits in einer Sendung im Februar debattiert, so Peter: „Aber bisher hat sich noch nichts getan.“

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