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Gericht: Frau schlägt Busfahrer: Nun muss sie ins Gefängnis

Gericht

Frau schlägt Busfahrer: Nun muss sie ins Gefängnis

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    Frau schlägt Busfahrer: Nun muss sie ins Gefängnis
    Frau schlägt Busfahrer: Nun muss sie ins Gefängnis

    Weißenhorn/Witzighausen Dies bekommen die Weißenhorner Polizisten wohl eher selten zu sehen: Ein Linienbus mit Fahrgästen hält direkt vor der Wache, der verletzte Fahrer steigt aus und erstattet Anzeige wegen Körperverletzung. So geschehen im März dieses Jahres. Der Grund: Eine 31-jährige Frau soll den Fahrer zwei Mal ins Gesicht geschlagen haben. Nun musste sich die mutmaßliche Angreiferin vor Gericht verantworten. Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer verhängte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten – ohne Bewährung. Denn die Frau war bereits vorbestraft.

    Die Angeklagte war für Richter Mayer kein unbeschriebenes Blatt: „Eigentlich müsste ich Ihre persönlichen Daten schon auswendig kennen“, sagte er zu Beginn der Verhandlung. Die Frau hatte bereits wegen mehrerer Vergehen auf der Anklagebank Platz nehmen müssen, darunter wegen Drogenhandels und Körperverletzung. Nun saß sie Richter Mayer erneut gegenüber.

    Anlass war eine Busfahrt im März: Die 31-Jährige wollte mit ihrer 54-jährigen Mutter gegen 20Uhr von Ulm über Senden nach Weißenhorn fahren. Doch im Bus gab es Streit. Schon beim Einsteigen seien die Frauen ihm unangenehm aufgefallen, sagte der Busfahrer im Gerichtssaal aus. Mutter und Tochter wollten einen Getränkebecher mit in den Bus nehmen. „Offene Getränke und Speisen sind in den Fahrzeugen kategorisch nicht erlaubt“, so der 40-Jährige. Die Angeklagte entgegnete in der Verhandlung, ihre Mutter leide an Krebs und müsse deshalb ständig trinken. Während der Fahrt bekam die Mutter offenbar Durst und öffnete eine Bierflasche. Als der Busfahrer die trinkende Frau im Rückspiegel sah, bremste er abrupt und hielt zwischen Witzighausen und Weißenhorn am Straßenrand. „Wie von der Tarantel gestochen“, so die 31-Jährige, sei der Mann nach hinten gerannt und habe die Frauen aufgefordert, den Bus zu verlassen.

    40-Jähriger will Rauswurf nicht überdenken

    Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, habe er die 54-Jährige am Arm gepackt. Die 31-Jährige versuchte den Mann zu überreden, den Rauswurf zu überdenken, da es „Nacht ist und wir mitten auf der Landstraße sind“. Der 40-Jährige wollte offensichtlich nicht mit sich reden lassen – da schlug die Tochter ihm mit der Faust zwei Mal ins Gesicht. Das Opfer zog sich eine Prellung des Nasenbeins und eine Platzwunde am Auge zu. Nach dem Angriff flüchtete die Frau aus dem Bus, vergaß jedoch ihre Mutter. Weil die Polizei wegen eines Einsatzes nicht an den Tatort eilen konnte, fuhr der Busfahrer bei der Inspektion vor.

    Vor Gericht räumte die 31-Jährige den Angriff ein. Wegen einer noch nicht abgelaufenen Bewährungsstrafe schloss Richter Mayer die vom Verteidiger geforderte Bewährungsstrafe aus. Das Urteil: sechs Monate Gefängnis.

    Der Busfahrer sagte im Prozess, er hätte „vermutlich anders“ gehandelt, wenn er von der Krankheit der Mutter gewusst hätte.

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