Alle paar Monate – und insbesondere seitdem Baden-Württemberg grün-rot regiert wird – taucht das schwäbische Endlager-Phantom aus der vermeintlichen Versenkung auf. Der neueste Anlass: Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) plädiert dafür, Gorleben bei der geplanten neuen Suche für ein atomares Endlager nicht mehr zu berücksichtigen.
„Ich würde Gorleben streichen, es spricht sehr viel gegen den Standort“, sagte der Grünen-Politiker der Frankfurter Rundschau. Und immer, wenn Gorleben als Endlager, das Jahrmillionen hochgefährlichen radioaktiven Müll beherbergen soll, in Zweifel gezogen wird, kommt Ulm ins Spiel. Denn auch im Ländle möchte der gebürtige Saarländer nach geeigneten Erdschichten suchen, die das Teufelszeug für immer verwahren könnten. Man müsse bei der Suche von einer „weißen Deutschlandkarte“ ausgehen.
Rund um das Münster ist diese Karte nicht mehr ganz blütenweiß. Denn die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) veröffentlichte im August 2006 eine Studie über die Verbreitung von Ton als potenzielles „Wirtsgestein“ für hoch radioaktive Abfälle: Am südlichen Rand der Schwäbischen Alb finden sich massig Tonschichten, die potenziell geeignet erschienen.
Ob Ulm und Umgebung den wenig begehrten Preis als mögliches Endlager für Atommüll gewinnen, entscheidet sich möglicherweise 2014. Denn das Bundesamt für Strahlenschutz lobte jüngst Vorschläge für eine bundesweite Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Es sei sinnvoll, immer einen Plan B zu haben.
Daher sei der Vorschlag Baden-Württembergs, bis 2014 vier mögliche Alternativen zu Gorleben zu suchen, eine Diskussionsgrundlage. heo/dpa