Neu-Ulm Galgenfrist für die Flussmeisterei: Das Gelände am Neu-Ulmer Jahnufer steht im kommenden Jahr wie geplant als Veranstaltungsfläche für das Internationale Jugendcamp im Rahmen des Donaufests und den Kulturbiergarten Flussmeisterei zur Verfügung. Das teilte Neu-Ulms Zweiter Bürgermeister Gerhard Hölzel nach Gesprächen mit Realgrund, die das Gelände im kommenden Jahr bebauen wollen, mit.
„Es besteht Einvernehmen zwischen der Stadt Neu-Ulm und dem Bauträger, dass das Gelände bis 15. Juli der Stadt für das Jugendcamp zur Verfügung steht. Auch der Kulturbiergarten kann im kommenden Jahr bis zur Einrichtung des Jugendcamps hier noch stattfinden“, so Hölzel. Das Jugendcamp beginnt am 6. Juli und endet am 15. Juli. Der Kulturbiergarten öffnet Anfang Juni seine Pforten.
Kulturbiergarten will noch zwei Wochen extra
Für das Team hinter dem Kulturbiergarten ist diese Zusage zumindest ein Teilerfolg. Mitveranstalterin Carmen Mark: „Wichtig war für uns, dass wir schon während der laufenden Saison bekanntgeben können, dass wir nächstes Jahr noch einmal auf diesem Platz sind.“ Während des genannten Zeitraums von Anfang Juni bis Anfang Juli findet die Fußball-EM in Polen und der Ukraine statt, deren Spiele dann auch in der Flussmeisterei im Schatten des Donaucenters gezeigt werden sollen. Noch hoffen Mark und ihre Mitstreiter aber, auch nach dem Jugendcamp noch zwei Wochen Kulturprogramm machen zu können – auf die attraktiven Termine rund ums Schwörwochenende wollen sie nur ungern verzichten. Dieses Jahr läuft der Biergarten in der Flussmeisterei noch bis zum 28. August. Langfristig gibt es für die Flussmeisterei aber keine Zukunft. Derzeit untersucht die Stadtverwaltung, welche alternativen Veranstaltungsflächen im Stadtgebiet sich künftig für die Unterbringung des Kulturbiergartens und auch des Mittelalterlichen Weihnachtsmarktes eignen würden. Entsprechende Ergebnisse sollen voraussichtlich in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im September vorgestellt werden. Die Veranstalter des Biergartens sind in die Suche nach einem neuen Standort eingebunden. Zusammen mit Vertretern der Stadtverwaltungen habe man bereits vier mögliche Plätze besichtigt, so Carmen Mark, weitere sollen folgen. Der derzeitige Favorit sei der ehemalige Nichtschwimmerbereich des Donaubads, der jedoch ebenfalls nur eine Zwischenlösung sein könne – laut Mark verhandelt die Stadt bereits mit Investoren über den Standort. Doch die Macher des Biergartens bleiben optimistisch: „Wenn sich für uns etwas Geeignetes findet, machen wir weiter“, verspricht Mark. Auch wenn der Standort Flussmeisterei kaum zu übertreffen sein dürfte. Andere Nutzer dürften allerdings sogar auf einen Standortwechsel hoffen: Beim Weihnachtsmarkt, aber auch beim Fest zum 200. Stadtjubiläum hatte sich gezeigt, dass Veranstaltungen in der Flussmeisterei aufgrund der etwas versteckten Lage von Besuchern häufig ignoriert werden. Zuletzt war unter anderem der Schwal als Alternative im Gespräch. Realgrund plant auf dem Gelände der Flussmeisterei und dem angrenzenden Areal der früheren Lebkuchenfabrik Weiß schwerpunktmäßig Wohnungen sowie Büro- und Dienstleistungsräume. Derzeit läuft das Gutachterverfahren, anschließend soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. (mgo/az)