Senden Weil die Mitglieder keine Stromtrasse über ihrem Sportplatz wollen, hat der FV Ay im vergangenen Jahr Klage gegen die Verschiebung der Leitung eingereicht. Ein Termin für die Verhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshof München ist auch schon bekannt. Es wird der 15. Juni sein. Beklagter ist der Freistaat Bayern. Auch mehrere Gerlenhofer Landwirte ziehen gegen die Pläne vor Gericht. Sie befürchten, dass ihre Grundstücke an Wert verlieren könnten.
„Unsere Chancen stehen sicher nicht schlecht“, sagte Ulrich Hanser vom FV Ay der NUZ. Die gewichtigeren Argumente gegen das Vorhaben sieht Hanser aufseiten der Kläger.
Gefahren für die Gesundheit befürchtet
Eine Leitung über das Sportgelände sei für die kommenden Generationen im Verein eine nicht zumutbare Belastung. Die Mitglieder des FV Ay befürchten Gefahren für die Gesundheit für diejenigen, die sich regelmäßig auf dem Platz aufhalten. Hanser verweist auf das Nachbarland Baden-Württemberg. Dort sei wegen strengerer Bestimmungen ein Trassenverlauf über Kindergärten und Spielplätze nicht möglich. Mit einer schnellen Entscheidung vor Gericht rechnet Hanser nicht: „Ich gehe davon aus, dass das nicht an einem Tag geklärt sein wird.“
Die Diskussion um die Stromtrasse ist schon seit rund fünf Jahren im Gange. Im Jahr 2007 war erstmals von der geplanten Ertüchtigung der Leitung von bislang 220 auf 380 Kilovolt die Rede. Der Energieversorger EnBW hatte mit Rücksicht auf die Entwicklungschancen Sendens auf die Aufrüstung der bestehenden Trasse verzichtet. Das hatte unter anderem auch Unternehmer Peter Kulitz (Firma Esta) gefordert und mit juristischen Schritten gedroht. Wegen des ohnehin schon vorhandenen Elektrosmogs habe er bereits Büros verlegen müssen, erklärte Kulitz damals. Eine von der Stadt Senden ins Spiel gebrachte Verlaufsvariante an der Iller entlang wurde verworfen. In Verhandlungen einigten sich Stadt und EnBW schließlich auf die Nordvariante, bei der die Leitungen über den Sportplatz des FV Ay führen. Denn dieser Trassenverlauf tangiere nicht direkt Wohnhäuser, lautete das Argument. Sendens Bürgermeister Kurt Baiker sagte damals, mit dieser Lösung könne die Stadt leben, mehr sei nicht herauszuholen gewesen. Nun betonte der Rathauschef gegenüber der NUZ, dass Senden die einzige Kommune entlang der Trasse sei, „die eine Veränderung im Verlauf erreicht habe“.
Würde vor Gericht den Einwendungen recht gegeben, bliebe es bei der bestehenden Trasse, gab Baiker zu bedenken. „Aber wir leben in einer Demokratie. Jetzt gilt es abzuwarten. Ich bin schon gespannt, was herauskommt“, sagte der Bürgermeister.