Neu-Ulm Ohne freiwilliges, ehrenamtliches Engagement wäre die Gesellschaft kälter, unsozialer, monotoner. Doch wie bringt man Interessierte mit Zeit und Energie für Engagement mit den passenden Projekten und Organisationen zusammen? Während man es auf der anderen Donauseite mit dem Verein „Engagiert in Ulm“ versucht, brachte die Stadt Neu-Ulm am Wochenende im Edwin-Scharff-Haus zahlreiche interessierte Menschen mit vielfältigen Angeboten auf der ersten Ehrenamtsmesse der Stadt zusammen.
Rund 500 Besucher informierten sich über die Arbeit der rund 40 Vereine und Organisationen, die sich dort präsentierten. Nach aktuellen Schätzungen ist bereits jeder dritte Neu-Ulmer ehrenamtlich engagiert. Das bedeutet für Oberbürgermeister Gerold Noerenberg allerdings auch noch ein enormes Potenzial von Menschen in der Stadt, die vielleicht Zeit und Lust hätten, auf sozialer, kultureller, sportlicher, kirchlicher oder anderer Ebene etwas für sich und andere zu tun, die aber nicht so recht wissen, wo sie sich engagieren könnten.
Gesucht: Froschmänner und Froschfrauen
Das Plus der Ehrenamtsmesse: Sie bot Interessierten die Möglichkeit, sich direkt mit Menschen auszutauschen, die sich auf verschiedenen Gebieten freiwillig betätigen. Und sie bot eine Menge witziger Wortspiele und Ideen, die die Aufmerksamkeit des Messebesuchers fesseln konnten. „Wanted“ steht über einem Spiegel. „Froschmänner und Froschfrauen gesucht“. Der Blick in den Spiegel: Bin ich das? Könnte ich der Kopf sein, der hier gesucht wird? Passt das zu mir? Welche Anforderungen muss ich erfüllen, um beim THW im Taucheinsatz helfen zu können? Eine Ausbildung erhält der künftige Froschmann beim THW, erfährt der Neugierige. Die körperliche Eignung und die Zuverlässigkeit aber muss er selbst mitbringen. „Spenderherzen“ sucht der Tierschutzbund, Spenderherzen auf andere Weise. Aber ob Rotes Kreuz, der Nersinger Verein „Chancen auf Bildung – Zeit für Kinder e.V.“, der Förderung durch individuelle Patenschaften vermittelt, ob Hospiz, Generationentreff, ob Telefonseelsorge oder Vorlesen in der Stadtbibliothek – das Angebot der Ehrenamtsmesse präsentierte sich enorm vielfältig.
Der Tierschutzbund suchte Ehrenamtliche mit viel Geduld und ruhiger Ausstrahlung, die Justizvollzugsanstalt solche, die sich zum ehrenamtlichen Bewährungshelfer ausbilden lassen möchten. Faszinierend vor allem für Jugendliche präsentierten sich Feuerwehr und THW, wo technische Geräte und Hilfseinsätze für das Gemeinwohl den potenziellen Ehrenamtlichen interessieren sollten. Eine Menge Fans auf dem Freigelände fand die Rettungshundestaffel bei ihren Vorführungen: Petra Weisenheimer erklärte am aufmerksamen Setter „Jacko“, dass Hunde einen Menschen über 800 Meter Entfernung wahrnehmen können und wie diese Fähigkeit beispielsweise zur Rettung dementer Menschen eingesetzt werden kann, die sich verirrt haben.
Projektleiterin Christina Richtmann zeigte sich am Ende hochzufrieden mit der Messe-Premiere, das Konzept sei voll aufgegangen. „Es hat sich eine Vielzahl von Gesprächen mit den Besuchern ergeben und auch das Rahmenprogramm bekam guten Zuspruch“, sagte Richtmann. (köd)
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