Günzburg Die Situation der Arbeitnehmer im Freizeitpark Legoland stand im Mittelpunkt der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Ortsstelle Günzburg/Neu-Ulm, im Günzburger Gasthof „Rose“. Dabei wurde Nikolaus Lauter, der von der Kündigung bedrohte Vorsitzende des Betriebsrats des Freizeitparks (wir berichteten), mit viel Beifall bedacht. Daneben gab es auf der Veranstaltung Jubilarehrungen und Berichte.
Zu Beginn der Veranstaltung kündigte sich das Ende einer Ära an. Hermann Ehnle, seit 30 Jahren Vorsitzender der Ortsstelle, gab bekannt, dass er bei den im Januar anstehenden Neuwahlen aus Altersgründen nicht mehr kandidieren werde. Erfreuliches konnte zunächst der Geschäftsführer der NGG Schwaben, Tim Lubecki, berichten. Der Mitgliederaufschwung der Gewerkschaft NGG setze sich fort. In Schwaben wurde die Zahl von 3000 Mitgliedern erreicht – ein Wachstum von über sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Mehr Mitglieder bedeuten mehr Kampfkraft für die NGG“, so Lubecki.
Konflikt ist längst mehr als eine normale Tarifauseinandersetzung
Der Konflikt bei Legoland hat laut Lubecki die Dimension einer normalen Tarifauseinandersetzung längst gesprengt. Die angedrohte Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden Nikolaus Lauter sei ungeheuerlich. Die NGG verlange von der Parkleitung die sofortige Einstellung des Kündigungsverfahrens und die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Lubecki: „Es ist alarmierend, dass sich Legoland Tarifverhandlungen bisher entzieht, obwohl Tarifverhandlungen in unserer sozialen Marktwirtschaft eine Selbstverständlichkeit sind.“ Auch der DGB-Regionsvorsitzende Werner Gloning griff Legoland an: „Der Freizeitpark galt bisher als Leuchtturmprojekt für die Region. Derzeit droht er zum Monument für zügellosen Kapitalismus zu verkommen, in dem die Interessen der Beschäftigten mit Füßen getreten werden.“ Dies schade der ganzen Region.
Nikolaus Lauter bedankte sich in einem emotionalen Kurzstatement für die Solidarität, die er erfahre, und versprach unter dem Beifall der Anwesenden: „Ich werde mich nicht kleinkriegen lassen!“ In Anspielung auf seinen Vornamen sagte er: „Ich verspreche euch, der Nikolaus ist auch nächstes Jahr noch da.“
Auch Ehrungen gab es bei der Versammlung: Wolfgang Hornung, Martin Plein und Ayse Demirci wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet, Manfred Kirkamm für 40 Jahre. (az)