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Bäume: Groll gegen großes Gehölz

Bäume

Groll gegen großes Gehölz

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    Die hohen Bäume in der St.-Johannis-Straße sorgen für Ärger: Ihre Sämlinge verschmutzen regelmäßig Grundstücke.
    Die hohen Bäume in der St.-Johannis-Straße sorgen für Ärger: Ihre Sämlinge verschmutzen regelmäßig Grundstücke. Foto: Dave Stonies

    Weißenhorn Rudolf Seitz ist sauer: Die Ahornbäume vor seinem Haus in der St.-Johannis-Straße verschmutzen seit Jahren sein Grundstück – die Sämlinge verstopfen Dachrinne und Kellerschächte. Nach Ansicht von Seitz sind die 15 Bäume auch „viel zu groß“ für ihre Standorte und wurden im Jahr 1977 schlichtweg „falsch gepflanzt“. Geht es nach Seitz, dann sollen sie durch Weißdornbäume ersetzt werden. Derartige Beschwerden hat Stadtbaumeister Burkhard Günther schon oft gehört – und inzwischen eine ironische Haltung angenommen: „Der Baum ist offenbar der schlimmste Feind des Menschen.“ Demnächst werden sich die Mitglieder des Bauausschusses mit Klagen von Anliegern in der Hagenthalerstraße beschäftigen.

    Wurzeln drücken gegen Teer und verursachen Schäden

    Andere Straße, ähnliches Bild: Wie berichtet, sorgen Bäume auch in der Oberhauser Straße für Ärger. Die Wurzeln der Linden drücken gegen die Teerdecke des Gehwegs und verursachen Risse. Ihre Kronen ragen zu weit in die Fahrbahn hinein. Dies hatte das Staatliche Bauamt in Krumbach vor Kurzem in einem Brief bemängelt. Daraufhin begutachteten die Stadträte die Situation vor Ort – und stellten fest: Die einen halben Meter breite Grünfläche am Straßenrand ist für die großen Linden viel zu klein. Mitarbeiter des Bauamtes hatten auf das sogenannte „Lichtraumprofil“ hingewiesen (siehe Kasten). Regelmäßig rauschen Lastwagen durch den Blätterwald. Einige Linden gelten deshalb als Sicherheitsrisiko und sollen gefällt werden.

    Auch in der Hagenthalerstraße gibt es Groll gegen das Gehölz: Mehrere Anlieger klagen über Schmutz und Schatten. Demnächst soll das Thema im Bauausschuss auf die Tagesordnung kommen, bestätigte Stadtbaumeister Günther gestern auf Anfrage.

    In seinen 27 Jahren im Bauamt hat er schon viele derartige Beschwerden gehört: Knarzende Bäume sind zu laut, ihre Rinden wegen Hundeurins unhygienisch, lange Schatten mindern Erträge von Solaranlagen, herabfallende Kastanien beschädigen Autos. Günthers Fazit: „Es gibt nichts Schlimmeres als einen Baum.“ In jüngster Zeit bemerke er eine „feindselige Stimmung“ gegenüber den Gehölzen.

    Sämlinge verstopfen Schächte, Keller könnten volllaufen

    Auch Rudolf Seitz in der St.-Johannis-Straße wehrt sich gegen die Bäume: „Sie müssen weg.“ Zwar seien die Ahornbäume vor einiger Zeit gestutzt worden, doch das Problem damit nicht vom Tisch: „Das war reines Herumdoktern.“ Die Sämlinge verstopften Schächte, bei starken Regenfällen könnten Keller volllaufen. Im Rathaus ist die Beschwerde angekommen. Der Bauausschuss werde sich damit befassen, sagt Bürgermeister Wolfgang Fendt.

    Neben den Bäumen machen Seitz auch rücksichtlose Hundehalter zu schaffen: Seitdem ein Tütenspender für Hundekot vor seiner Hecke steht, findet der Anwohner ständig prall gefüllte Tüten auf seinem Grundstück. Er fordert, den Spender auf die andere Straßenseite zu versetzen. Nach Ansicht von Bürgermeister Fendt ist dies möglich. Zuerst müsse aber der Hausbesitzer gegenüber gefragt werden. Und was meint Rudolf Seitz dazu? „Mich hat man damals auch nicht gefragt.“

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