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15. Mai 2011 08:51 Uhr

Weißenhorn

Großbrand in Recycling-Betrieb

In der Nacht zum Sonntag brach in einem Recyclingbetrieb in Weißenhorn (Kreis Neu-Ulm) ein Großbrand aus, bei dem eine Lagerhalle mit Elektronikschrott ausbrannte und einstürzte.

In der Nacht zum Sonntag brach in einem Recyclingbetrieb in Weißenhorn (Kreis Neu-Ulm) ein Großbrand aus

Personen kamen nicht zu Schaden. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht abschätzbar.

Um 1.19 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr Weißenhorn zu dem Brand in der Daimlerstraße im Industriegebiet der Stadt alarmiert worden. Beim Eintreffen des ersten Löschfahrzeuges an der Einsatzstelle etwa zweihundert Meter nördlich des Müllkraftwerkes stand die Lagerhalle bereits in Vollbrand.

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Neben der Feuerwehr Weißenhorn, die mit ihrem vollzähligen Löschzug an der Brandstelle war, kamen die Wehren der Stadtteile Hegelhofen, Grafertshofen und Attenhofen zum Einsatz. Hinzu kamen die Feuerwehr aus Pfaffenhofen mit einem Löschzug sowie Senden mit einer weiteren Drehleiter und der Einsatzleitwagen des Landkreises Neu-Ulm. Damit waren insgesamt etwa hundert Feuerwehrleute vor Ort.

Wegen der starken Rauchentwicklung beorderte der Weißenhorner Kommandant, Kreisbrandinspektor Wilhelm Schneider, auch den Mess-Gerätewagen des ABC-Zuges der Feuerwehr Neu-Ulm in das Industriegebiet.

Von Beginn des Brandes an hatten sich starke Rauchwolken gebildet, die in Richtung Nordosten zogen. Sie verwandelten sich im Verlauf der Löscharbeiten zunehmend in Wasserdampf. Die Bewohner der nordöstlich des Brandes gelegenen Stadtteile wurden über Rundfunkmeldungen aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten, und der Gerätewagen des ABC-Zuges unternahm Messfahrten in der Weißenhorner Innenstadt sowie in Richtung Hegelhofen und Attenhofen.

Laut den Messergebnissen bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Polizeihauptkommissar Gerhard Klingler ließ den Einsatzraum weiträumig absperren, sodass die Löscharbeiten nicht behindert wurden.

Diese waren schnell erfolgreich und im weiteren Verlauf wurde ein Bagger bereit gestellt, der die Metallwände der Halle soweit vollends einriss, dass auch weitere Brandherde im Inneren bekämpft werden konnten. Ein neben der Lagerhalle abgestellter Lkw war bereits zu Beginn des Brandes zerstört worden, aber ein Übergreifen der Flammen auf das unmittelbar vor der brennenden Halle an der Straße stehende Bürogebäude konnte verhindert werden.

Am Sonntagvormittag gegen 10.30 Uhr wurde die Feuerwehr Weißenhorn erneut zur Brandstelle in der Daimlerstraße alarmiert, die sie erst gut zwei Stunden zuvor verlassen hatte: Unter dem Brandschutt waren nochmals Glutnester aufgeflackert, obwohl diese bereits am frühen Morgen mit Schaum abgedeckt worden waren. Nun wurde der Schutt nochmals mit Schaum überdeckt, und wiederum kam ein Bagger zum Einsatz, um ein möglichst tiefes Vordringen des Löschschaumes zu ermöglichen.

Wie Kommandant Schneider bei dieser Gelegenheit berichtete, hatten inzwischen auch Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Proben gezogen, denn in kurzer Entfernung zur Brandstelle verläuft der „Leibigraben“. Das Flüsschen Leibi mündet später in die Roth und damit in die Donau. Die Behörde wird auch in den kommenden Tagen ein wachsames Auge darauf haben, dass keine Umweltschäden entstehen und dass im Notfall rechtzeitig Gegenmaßnahmen wie das Einbringen von Sperren unternommen werden.

Weiter wurde am Vormittag bekannt, dass die Feuerwehr Weißenhorn nicht nur das Bürogebäude der Firma gerettet hatte, sondern beim Ersteinsatz in der Nacht durch schnelles Eingreifen auch schon einen weitaus größeren Schaden verhindern konnte: Dank gezielten Vorgehens war ein Fünf-Kubikmeter-Tank mit Flüssiggas, der zwischen dem Bürogebäude und der brennenden Lagerhalle stand, so weit abgekühlt worden, dass er unversehrt blieb. Eine Explosion dieses Tanks hätte unabsehbaren Schaden angerichtet. Im Übrigen wurde, wie bereits in der Nacht und am frühen Morgen, die Brandstelle nochmals ausführlich mithilfe der Wärmebildkamera auf weitere versteckte Glutnester überprüft. Kurz nach 12 Uhr mittags konnten die Einsatzkräfte wieder abrücken.

Über die genaue Höhe des Schadens sowie zur Ursache des Schadenfeuers konnten Feuerwehr und Polizei am Morgen nach dem Feuer noch keine Angaben machen. Beamte des Kriminaldauerdienstes (KDD) hatten noch in der Nacht mit den ersten Spurensicherungsarbeiten begonnen; die Ermittlungen werden aber sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. (wis)

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