Den Auftakt in Holzheim bestreiten die Geigerin Gisela Czech-Whitson und der Neu-Ulmer Organist Joseph Kelemen mit Violinsonaten von Johann Sebastian Bach und Friedrich Händel. Die Dorfkirche ist laut Christoph Denoix, seit 2001 künstlerischer Leiter der „Sommerlichen Ulmer Musiktage“, ein Geheimtipp: Sie besitze einen „wunderbaren Kirchenraum mit ländlichem Flair“, eine perfekte Akustik und eine „Orgel, die ihresgleichen sucht“. Sie eignet sich besonders für die Darbietung barocker Musik – also auch für Händel und Bach.
Die beiden Meister stehen noch bei mehreren Konzerten der „SUM“ im Zentrum. Das Spektrum der Werke reicht jedoch bis in die Gegenwart – so wie beim Auftritt des Calmus-Ensembles aus Leipzig am Sonntag, 12. Juli, in der ehemaligen Synagoge Ichenhausen. Das Vokal-Quintett bietet ein Programm von der Renaissance bis zur Moderne, klassische Werke, aber auch Chansons und Volkslied. Bereits mehrfach war das Calmus-Ensemble bei den SUM zu Gast. „Als sie das erste Mal bei uns aufgetreten sind, waren sie noch nicht so bekannt“, sagt künstlerischer Leiter Denoix. Jetzt, 2015, sei ihr Auftritt der Höhepunkt des Festivals. Auch wegen der Örtlichkeit. Denn auch darum gehe es bei den „Sommerlichen Ulmer Musiktagen“: das Ulmer Publikum mit Räumlichkeiten vertraut zu machen, die ihm bislang noch nicht so geläufig sind.
Was beim Blick auf das Programm auffällt: Diesmal ist der Anteil der regionalen Künstler höher als sonst. Was aus Sicht des künstlerischen Leiters für ihre Qualität spricht. „Es hat sich einfach angeboten“, so Denoix. Ein bisschen lässt der regionale Fokus bei den SUM 2015 aber auch Luft nach oben für die 34. Ausgabe der Klassik-Biennale 2017. Dann feiern die „Sommerlichen Ulmer Musiktage“ ihr 60-jähriges Bestehen. Und das auch weiterhin mit Unterstützung der Stadt Ulm: Vergangene Woche sicherte der Kulturausschuss dem Festival eine jährliche Förderung von 4500 Euro für die kommenden drei Jahre zu. Diese Unterstützung macht Denoix stolz und froh, auch wenn die zuständige Jury in ihrem Bericht die von den SUM in ihrem Antrag genannte Jugendförderung gewissermaßen noch unter Beobachtung stellt.
Die bestand in der Vergangenheit vor allem darin, Schüler in Kontakt mit Meistermusikern und -ensembles zu bringen. „Um so etwas zu organisieren, brauchen wir einfach Geld“, so Denoix. An der Nachhaltigkeit des Festivals bestehe für ihn jedoch kein Zweifel. So gebe es Künstler, die schon als Humboldt-Orchestermitglieder oder St.-Georgs-Chorknaben an den SUM teilgenommen hätten und nun mit eigenen Ensembles zu Gast seien. Dass es dabei nicht um Jugendwahn geht, zeigt das aktuelle Programm. Neben jungen Talenten sind auch alte Hasen vertreten – so wie der 85-jährige Albrecht Haupt, der sowohl mit dem Universitätschor als auch mit der Ulmer Kantorei ein Konzert zum Festival beisteuert.