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06. Juni 2010 20:55 Uhr

Anonymer Anruf in Ulm

Großeinsatz am Baggersee - steckt ein Bub dahinter?

Ein anonymer Anrufer hatte eine ertrinkende Frau im Sendener Waldbaggersee gemeldet. Eine große Suchaktion blieb ergebnislos. Nun wird ein Bub verdächtigt. Von Roland Ströbele

Am Schwandorfer Baggersee suchen Taucher nach dem Jungen. Symbolbild: Furthmair

Bei dem anonymen Anrufer, der am vergangenen Freitag der Ulmer Rettungsleitstelle eine ertrinkende Frau im Sendener Waldbaggersee gemeldet hatte, handelt es sich möglicherweise um einen minderjährigen Buben, der sich einen üblen Scherz erlaubt hat.

Nach den Feststellungen der Polizei war der Anruf von einem Handy aus geführt worden, das einem jungen Burschen aus dem Raum Erbach gehört. Damit sei aber noch nicht hundertprozentig sicher, dass der Besitzer des Mobilfunkgerätes auch der Anrufer war, sagte gestern ein Polizeisprecher. Zur endgültigen Klärung des Falles seien weitere Ermittlungen notwendig.

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Anrufer meldet ertrinkende Frau

Von dem Handy aus war am vergangenen Freitag kurz nach 13 Uhr, wie berichtet, ein Notruf bei der Rettungsleitstelle in Ulm eingegangen. Der Anrufer meldete, dass eine Schwimmerin im Sendener Waldbaggersee von einem Storch angegriffen worden sei und nun zu ertrinken drohe. Darauf wurde eine groß angelegte Suchaktion ausgelöst, die in Senden für großes Aufsehen gesorgt hatte.

Boote der Wasserrettung fuhren den See mehrmals ab, Taucher des Technischen Hilfswerks (THW) Neu-Ulm waren ebenfalls vor Ort. Sogar die Besatzung eines Hubschraubers hielt nach der angeblich ertrunkenen Frau Ausschau. Am Ufer warteten Dutzende Rettungssanitäter plus Notarzt, Feuerwehrleute und Polizisten, bis nach gut zweieinhalb Stunden die Suche ergebnislos abgebrochen wurde.

Schnell hatte die Polizei über die Handynummer den Besitzer des Gerätes ausfindig gemacht. Versuche, den Inhaber anzurufen, scheiterten jedoch, weil sich nur die Mailbox meldete. Deshalb stattete die Polizei dem Handybesitzer, der im Raum Erbach wohnt, einen Besuch ab. Noch immer unklar ist jedoch, ob der Anrufer und der Handybesitzer identisch sind. Mit einem Stimmenvergleich will die Polizei nun weiterkommen. Der Notruf bei der Rettungsleitstelle wurde nämlich aufgezeichnet.

Wird der Anrufer gefunden, kommt eine Menge Ärger auf ihn und/oder seine Eltern zu. Möglicherweise müssen sie für die Kosten der großen Suchaktion geradestehen. Da können schnell einige Zehntausend Euro zusammenkommen, glauben Experten. "Mit so etwas ist nicht zu spaßen, das ist kein Scherz mehr", sagte gestern ein Polizeisprecher.

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