Das Bild der Heiligen und ihre Darstellung hat sich seit der Reformation verändert. Eine Ausstellung in Ulm folgt der Entwicklung bis in die Gegenwart. Von Marcus Golling



Ulm Das Museum der Brotkultur widmet sich in seiner aktuellen Sonderausstellung der Schar der Heiligen: "Martyrium - Vision - Caritas" zeigt sehenswerte Exponate. Und macht deutlich: Die Sicht auf die Heiligen hat sich seit dem Mittelalter gewandelt.
Der Dreiklang im Titel verweist auf die drei möglichen Wege zur Ehre der Altäre, die die katholische Kirche kennt: Das Sterben für den Glauben, die Erlangung einer Offenbarung durch Gott oder Heilige – und die Mildtätigkeit. Vor allem durch letztere schlägt die Ausstellung den Bogen zur Sammlung des Museums. Denn die „Caritas“ zeigt sich oft im Verteilen von Brot an Bedürftige, eine ganze Reihe von Darstellungen gibt in der aktuellen Präsentation darüber Auskunft. Das Brot spielt in der christlichen Überlieferung eine zentrale Rolle, vor allem im Wunder der Eucharistie, in dem nach katholischer Lesart Brot und Wein zu Leib und Blut Christi werden.
Kurator Matthias Mayerhofer hat in der Ausstellung viele Beispiele für Heiligendarstellung und -verehrung versammelt: Gemälde, Drucke, Skulpturen, aber auch Reliquiare. Die sogenannten Brotheiligen nehmen den größten Raum in der Ausstellung ein, und der wohl beliebtesten heiligen Wohltäterin ist auch das wohl schönste Stück gewidmet: ein um 1750 im Umkreis im Umkreis Giovanni Battista Pittonis entstandener Entwurf für ein Altarbild zeigt Elisabeth von Thüringen beim Verteilen von Brot. Es stammt aus den Beständen des Museums, die in der Ausstellung durch Leihgaben aus dem ganzen süddeutschen Raum ergänzt werden.
Die Ausstellung "Martyrium - Vision - Caritas" quillt vor theologischen und religionsgeschichtlichen Bezügen fast über – zu deren Verständnis sei dem Besucher zur Teilnahme an einer Führung geraten.
Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 8. Februar, um 19 Uhr. Danach ist sie bis 22. April zu sehen. Das Museum der Brotkultur hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
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