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6. Ulmer Logistiktag: Heißer Draht zwischen Industrie und Handel

6. Ulmer Logistiktag

Heißer Draht zwischen Industrie und Handel

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    Beim 6. Ulmer Logistiktag stellte auch der Internethändler und Logistiker Amazon aus. Auf dem Foto: Thomas Hörmann.
    Beim 6. Ulmer Logistiktag stellte auch der Internethändler und Logistiker Amazon aus. Auf dem Foto: Thomas Hörmann. Foto: Helmstädter

    Ulm 24 Milliarden Euro. Das ist eine Zahl mit neun Nullen, etwa so viel wie der komplette Staatshaushalt Ägyptens. Mit Waren dieses Werts jongliert Karl Nowak, der Einkaufschef des Weltkonzerns Bosch, der den 6. Ulmer Logistiktag in der Donauhalle eröffnet. Ein Branchentreff mit Anziehungskraft weit über Ulm/Neu-Ulm hinaus, wie allein an diesem hochkarätigen Redner abgelesen werden kann.

    250 Logistiker trafen sich in der Donauhalle, um sich über die Steuerung von immer komplizierter werdenden Netzwerken auszutauschen. Eine boomende Branche, die in der Öffentlichkeit immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen habe. „Logistik ist mehr als ein Fuhrpark von Lastern“, sagt Harald Seifert, Ulmer Logistikunternehmer und Vizevorstand des „Logistik-Cluster Schwaben“, einem Zusammenschluss von Firmen und Institutionen rund um das Thema Logistik.

    Seifert ist Chef der Seifert Logistik Group mit über 600 Mitarbeitern und 168000 Quadratmetern Lagerfläche in ganz Europa. Der Ulmer sieht großes Wachstumspotenzial in einer Thematik, die durch einen immer globaler werdenden Warenstrom ständig Impulse erhält. „Die Logistik ist die Verbindung, die Industrie, Handel und Verbraucher zusammenbringt“, sagt Seifert.

    Auch Menschen bringt sie zusammen: Bis zu 15000 Menschen in der Region arbeiten im Bereich der Logistik, genaue Zahlen gibt es nicht, die Grenzen sind fließend. Klar ist: Es werden immer mehr Köpfe gebraucht. In allen Gehaltsklassen. So wirbt auf dem Logistiktag etwa die Staatliche Berufsschule Neu-Ulm um „Kaufmänner für Spedition und Logistikleistung“ und „Fachkräfte für Lagerlogistik“ genauso wie die Hochschulen aus Ulm und Neu-Ulm um spätere Führungskräfte.

    Der Kampf um die Köpfe ist in der Logistik ein Thema

    Der Kampf um die Köpfe spielt auch beim Logistiktag eine Rolle. „Die Kandidaten sind stark umworben“, sagt Felix Lindemann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenzzentrum Logistik der Hochschule Neu-Ulm. Mir einer Videopräsentation einer in Neu-Ulm eingesetzten Simulationsanlage versucht er das Studienfach „Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Logistik“ schmackhaft zu machen. Die Anlage ist mit der aus Kinderzimmern bekannten „Fischer-Technik“ gebaut, läuft aber mit echter Siemens-Software.

    Auch eine Diskussionsrunde setzte sich mit den Herausforderungen, die sich für Unternehmen durch den demografischen Wandel ergeben, auseinander. Amazon etwa. Der reine Internet-Händler Amazon schlägt beim Umsatz längst die alteingesessenen Versandhäuser in Deutschland. Gleichzeitig ist Amazon auch einer der größten Logistikbetriebe. „Wir suchen händeringend Nachwuchs“, sagt Thomas Hörmann, der für Amazon in Ulm Mitarbeiter für das noch junge Logistikzentrum in Graben (Allgäu) sucht.

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