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Gewerkschaftsbund: Hinter der Fassade guter Zahlen

Gewerkschaftsbund

Hinter der Fassade guter Zahlen

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    Spitzen des DGB: Peter Fischer, Vorsitzender DGB-Region Südwürttemberg (links), und sein Kollege der Region Allgäu-Donau-Iller, Werner Gloning.
    Spitzen des DGB: Peter Fischer, Vorsitzender DGB-Region Südwürttemberg (links), und sein Kollege der Region Allgäu-Donau-Iller, Werner Gloning. Foto: Helmstädter

    Neu-Ulm/Ulm Unter dem Motto „Gerechte Löhne – Soziale Sicherheit“ werden am 1. Mai wieder Arbeitnehmer auf dem Münsterplatz demonstrieren. Im Vorfeld der traditionellen Maikundgebung betonten die regionalen Spitzen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Bedeutung hinter dem Tag der Arbeit.

    Werner Gloning, Vorsitzender der DGB-Region Allgäu-Donau-Iller, mahnt an, hinter die Fassade der guten Arbeitsmarktzahlen und der Wirtschaftsdaten zu blicken: „Die Gesellschaft droht auseinanderzuplatzen“, sagte er angesichts einer „dramatischen Zunahme“ von prekären Arbeitsverhältnissen. 70 Prozent der neuen Stellen in der Region seien etwa Leiharbeit, befristet oder in Teilzeit. Die Reallöhne seien in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich 4,5 Prozent gesunken, während im gleichen Zeitraum die Profitquote gestiegen sei: Der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen am Volkseinkommen sei von 27,9 Prozent auf 33,5 Prozent gestiegen. In dieses Bild passe der „Skandal“, wie es Peter Fischer, der Vorsitzende der DGB-Region Südwürttemberg, ausdrückt, der sich bei Evobus abspiele. Ohne wirtschaftliche Not würden hier 1000 Jobs gestrichen, um den Aktionären eine noch höhere Rendite präsentieren zu können. „Das zeigt, dass der Mensch immer mehr zur Ware Arbeitskraft verkommt“, fügt Gloning hinzu. Anstatt in einem „geordneten Diskussionsprozess“ mit den Betriebsräten eine möglicherweise neue Struktur bei Evobus zu erörtern, seien – hopplahop – die Jobs der puren Gier geopfert worden.

    In gewisser Weise zeige der Kapitalismus dort nur sein normales Gesicht. Doch in den vergangenen Jahren unter der schwarz-gelben Regierung habe sich der Ton – allen Sonntagsreden zum Thema Fachkräftemangel zum Trotz – deutlich verschärft.

    Das große Thema Verteilungsgerechtigkeit

    Vor diesem Hintergrund möchten Gloning und Fischer den 1. Mai auch als Auftaktveranstaltung für das kommende Wahljahr 2013 verstanden wissen. Schon jetzt müsse so oft wie es geht auf Missstände hingewiesen werden, nicht erst drei Wochen vor der Wahl. Grundsätzlich solle das Thema Verteilungsgerechtigkeit nach Meinung von Fischer und Gloning auf die tägliche politische Agenda, um ein Umdenken zu erreichen.

    „Immer wird nur wiederholt, dass die öffentlichen Schulden in den vergangenen zehn Jahren um 800 Milliarden Euro angestiegen sind“, sagt Gloning. Gleichzeitig seien jedoch auch die privaten Vermögen um 1100 Milliarden in die Höhe geschossen. „Hier müssen wir ansetzen.“ Am 1. Mai soll auch daran erinnert werden.

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