Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neu-Ulm
Icon Pfeil nach unten
Pfaffenhofen
Icon Pfeil nach unten

Promenade: Hitzige Gespräche am kühlen Fluss

Promenade

Hitzige Gespräche am kühlen Fluss

  • |
  • |
  • |
    Falls der Weg gebaut wird, soll auch der Zapfensteg erneuert werden.
    Falls der Weg gebaut wird, soll auch der Zapfensteg erneuert werden.

    Pfaffenhofen Auch die kühle Abendluft konnte die erhitzten Gemüter nicht recht beruhigen: während einer zweiten Besichtigungstour der Ortsvereine von CSU und SPD entlang der Roth kam es zu mehreren Wortwechseln zur geplanten Uferpromenade, einem Spazierweg vom Baywa-Areal bis zur Schlesierstraße. Klaus Vidal, der Initiator eines Bürgerbegehrens gegen die Promenade, befeuerte die Diskussion: „Der Spazierweg ist schlicht und einfach zu teuer, vor allem, wenn man noch eine Turnhalle bauen will.“ Heute will er rund 700 Unterschriften gegen die Pläne im Rathaus einreichen. Doch bei dem Spaziergang gab es auch versöhnliche Töne: „Da gehört schon ein Weg hin“, fand etwa eine Bürgerin, als sie durch die feuchte Wiese entlang des Bachs stapfte.

    Rund 40 Bürger waren zur Brücke an der Insel gekommen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Bürgermeister Josef Walz sagte eingangs, manches sei „wohl in den falschen Hals geraten“. So wolle man keine protzige Promenade, wie in einem Kurort: „So etwas wird es in Pfaffenhofen nicht geben.“ Er verteilte Broschüren über ein Bürgerforum im Jahr 2003, bei dem die Idee aufgekommen war, das Rothufer umzugestalten. „Es ist ein langer Weg zu solchen Zielen“, sagte Walz. Für heuer habe sich der Markt den Spazierweg vorgenommen. Nun wolle man sachlich über die Fakten diskutieren.

    Rat Rolf Gaßner: „Müssen Bürgern etwas bieten“

    Doch dieser Wunsch ging beim zweiten Ortstermin nicht Erfüllung: Während des Spaziergangs entlang des Bachs kam es immer wieder zu eifrigen Debatten. So sprach sich etwa Rat Rolf Gaßner (SPD) für den Weg aus: „Der Markt muss seinen Bürgern etwas bieten, um attraktiv zu bleiben.“ Vidal sah das anders: „Ich pfeife auf Attraktivität, solange es um Schulden geht.“ Immerhin stehe die Gemeinde mit mehreren Millionen in der Kreide. Bürgermeister Walz gab zu bedenken: „Es gibt bestimmt auch Bürger, die es zu schätzen wissen, wenn sie an der Roth entlang spazieren können.“ Vidal wollte das Argument offensichtlich nicht gelten lassen: „Dann führen wir eben Dienstagswanderungen ein, analog zu den Montagsdemonstrationen in der DDR“, ätzte er.

    Ein weiterer Streitpunkt: der Hochwasserschutz. Vidal warf den Räten vor, sie wüssten gar nicht, was hier getan werden soll – und veranlasste Rätin Hildegard Mack (CSU) damit zu einem empörten Zwischenruf: „Im Osten bei der Brücke bricht das Ufer ein. Dass da was gemacht werden muss, sieht doch jeder.“

    Hier eine Grillstelle, dort ein Schuppen, dahinter Blumenbeete: Die Anlieger hegen die Uferbereiche hinter ihren Grundstücken teils mit großem Einsatz. Beim Rundgang wandte sich eine Bürgerin an Walz: Schon vor Jahrzehnten sei vereinbart worden, dass sich die Anwohner um die Ufer kümmern – und diese im Gegenzug auch nutzen dürfen. Bürgermeister Walz lobte die Arbeit der Bürger: „Sie haben das toll gemacht.“ Sollte ein Weg auf dem öffentlichen Grund gebaut werden, müssten einige eigenhändige Veränderungen wohl weichen.

    Weg könnte auf einem Wall verlaufen

    Bisher ist noch nicht klar, was an der Roth entstehen soll. In einer Sitzung am heutigen Donnerstag, 26. April, wollen die Markträte Ideen sammeln (siehe Kasten). Bisher gebe es nur grundsätzliche Gedanken, sagte Walz: Demnach soll der Spazierweg auf einem Wall verlaufen, um tief liegende Grundstücke vor Hochwasser zu schützen. Der Weg könnte gekiest oder mit Mineralbeton bedeckt werden. Auch der Uferstreifen bis zur Schlesierstraße, eine ehemalige Ortsverbindungsstraße, soll zur Promenade werden: „Das ist ohne großen Aufwand möglich“, so Walz. Die Brücke „Zapfensteg“ soll erneuert werden. Doch ob es soweit kommt, ist noch nicht klar. Heute will Klaus Vidal die Unterschriften gegen die Pläne vorlegen. Walz: „Wir überlegen uns natürlich schon, wie weit wir jetzt noch vorgehen wollen.“

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden