Möglicherweise werden vor den Toren Ulms bis zu 500000 Liter Diesel gehortet. Was Experten hinter dem rätselhaften Konstrukt vermuten... Von Oliver Helmstädter

Ein Leck an einem Tanklaster führte die Polizei möglicherweise zu einem riesigen illegalen Tanklager: Wie unsere Zeitung aus Feuerwehrkreisen erfuhr, sollen auf einem Dornstädter Firmengelände 22 Container gestapelt und miteinander durch Rohre verbunden worden sein. In die Container passen demnach 500000 Liter Flüssigkeit.
Die Polizei bestätigte gestern auf Nachfrage lediglich einen Einsatz aufgrund ausgelaufenen Treibstoffs auf einem Gelände in der Zeppelinstraße. Weitere Verdachtsmomente liegen demnach vor, doch zu den laufenden Ermittlungen wolle die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben machen.
Auch das Landratsamt Alb-Donau hält sich bedeckt. Bestätigt werden lediglich Ermittlungen und das Vorhandensein einer rätselhaften Anlage: „Keiner weiß derzeit, was das ist“, sagt der Pressesprecher.
Wie unserere Zeitung erfuhr, wurde das Gelände die ganze Nacht von der Polizei bewacht und gestern durchsucht. Sollte tatsächlich Heizöl in den Containern sein, wäre das mit Planen abgehängte Lager eine akute Gefahr, insbesondere für das Grundwasser. Denn offenbar befinden sich weder Brandschutzanlagen auf dem Gelände noch Ölfangwannen unter den Containern. Die Inhaber der „Nutzfahrzeugfirma“ sollen nicht auffindbar sein.
So sprießen die Spekulationen ins Kraut, was die verkehrsgünstige Firma mit dem Tanklager anstellen wollte. Eine Möglichkeit schilderte unserer Zeitung ein Branchenexperte: Mit Färbeanlage kann theoretisch Heizöl in Diesel umgewandelt und gewinnbringend weiterverkauft werden. Heizöl ist ölbraun, Diesel eher rötlich.
Der Trick ist nicht neu. Damit wird das Heizöl dem Diesel optisch täuschend ähnlich gemacht. Immer wieder werden europaweit Banden geschnappt, die auf diese Weise billiges Heizöl in höher versteuertes Diesel umwandeln wollen.
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