Neu-Ulm Jung, weiblich, attraktiv und schlagfertig – viele in der CSU sehen in Katrin Albsteiger, vormals Poleschner, eine der größten Nachwuchshoffnungen ihrer Partei. Die 28-Jährige aus Elchingen war im November vergangenen Jahres als erste Frau zur Landesvorsitzenden der Jungen Union Bayern gewählt worden. Das Amt an der Spitze der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU gilt als Sprungbrett für große Polit-Karrieren – prominente Vorgänger sind etwa Theo Waigel und Markus Söder.
Entsprechend heftig war über die Karrierepläne der Politologin spekuliert worden. Schielt Albsteiger, die durch ihre Ablehnung einer Frauenquote in der Politik von sich reden machte, auf wichtige Parteiämter oder strebt sie ein Bundestagsmandat an? Gestern nun bestätigte die Elchingerin Informationen unserer Zeitung, dass sie sich als Listenkandidatin für den bayerischen Landtag bewerben will. Über ihre Entscheidung hat Albsteiger inzwischen sowohl ihre Parteifreunde im Kreisverband als auch die Spitze der Jungen Union informiert. Es gilt als sicher, dass Albsteiger einen Spitzenplatz auf der schwäbischen Landesliste für die Landtagswahl im Herbst 2013 bekommen wird. Damit stehen die Chancen gut, dass der Landkreis Neu-Ulm auch künftig mit zwei Abgeordneten im Münchner Maximilianeum vertreten sein wird.
Am 30. Juli will die CSU im Landkreis ihre Kandidaten für die Landtagswahl offiziell benennen. Bereits im Februar hatte Peter Schmid, der den Landkreis drei Legislaturperioden im Landtag vertrat, angekündigt, auf eine weitere Kandidatur zu verzichten.
Dass die frühere Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Beate Merk als Direktkandidatin antreten wird, steht bereits seit geraumer Zeit fest. Die Justizministerin und stellvertretende CSU-Vorsitzende hatte ihren Anspruch, Schmid als Direktkandidatin zu beerben, immer wieder unterstrichen. Bei den Landtagswahlen 2008 war sie über die Liste eingezogen – angesichts der drastischen Stimmenverluste, die die CSU 2008 erlitten hatte, eine äußerst knappe Angelegenheit.
Die Verschiebungen auch in der bayerischen Parteienlandschaft mit den Erfolgen der freien Wähler oder die jüngsten Erfolge der Piratenpartei bei Landtagswahlen sorgen dafür, dass Albsteiger wohl auch mit einem möglichen Spitzenplatz auf der CSU-Liste um den Einzug in den Landtag zittern muss. Parteistrategen schätzen die Chancen für eine erfolgreiche Kandidatur aber als durchaus gut ein – besser jedenfalls als bei einer Kandidatur für den Bundestag. Auch darüber hat Albsteiger dem Vernehmen nach intensiv nachgedacht. Doch der Versuch, über einen CSU-Listenplatz nach Berlin zu kommen, käme einem Pokerspiel gleich. Als Direktkandidat für den Wahlkreis Neu-Ulm aber wird wohl ein drittes Mal Georg Nüßlein aus Münsterhausen antreten.
Eine Chancenabwägung habe bei ihrer Entscheidung für eine Landtagskandidatur allenfalls eine Nebenrolle gespielt, sagte Katrin Albsteiger unserer Zeitung. Sie sehe ihre Stärken im Bereich der Bildungspolitik und Bildung sei nun mal Ländersache.