Neu-Ulm Siegbert Kollmann, der Kreisvorsitzende der AWO Neu-Ulm, wurde wieder ins 13-köpfige Präsidium des Bezirksverbands der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Schwaben gewählt. „Nach dieser Amtsperiode möchte ich mich altersbedingt zurückziehen“, sagte der 67-Jährige. Sowohl für den Kreis, in den er bis 2016 gewählt ist, als auch auf Bezirksebene wolle er nun Nachfolger aufbauen. Als Revisor wiedergewählt wurde Karl-Heinz Brunner, der stellvertretende Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Illertissen.
Bei der Konferenz wurde Dr. Heinz Münzenrieder als Vorsitzender der schwäbischen AWO bestätigt. Seit 25 Jahren führt er den Wohlfahrtsverband, für den schwabenweit knapp 3000 Mitarbeiter hauptamtlich und ebenso viele ehrenamtlich tätig sind. Vehement setzte er sich in Anbetracht der Diskussion um das Betreuungsgeld dafür ein, dass der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab August 2013 erhalten bleibt.
AWO-Vorstandsvorsitzender Eberhard Gulde berichtete, dass der Verband sehr solide wirtschafte. Im Vorjahr betrug der Umsatz rund 100 Million Euro. In den nächsten fünf Jahren will die AWO für Baumaßnahmen und Sanierungen 42 Millionen Euro ausgeben.
Gastredner Ernst Prost, Geschäftsführer von Liqui Moly in Ulm, kritisierte die zunehmende Ungleichheit in Deutschland: „Wir brauchen Spielregeln für den Turbokapitalismus, der aus dem Ruder gelaufen ist.“ Prost erinnerte sich daran, wie froh er war, als er als Bub mit einem Kinderverschickungsprogramm der AWO im Allgäu kostenlos Urlaub machen konnte. Ermöglicht hat es dem Maurersohn, der in einer Sozialwohnung lebte, die AWO. Heute lebt Prost auf Schloss Leipheim und unterstützt Bedürftige mit seiner Stiftung.
Dass sich Armut auch in Bayern breitmacht, beklagte Dr. Thomas Beyer, der Vorsitzende der Bayerischen AWO und Sprecher der Nationalen Armutskonferenz. Demnach sind 1,6 Millionen Menschen in Bayern, das entspricht elf Prozent der Bevölkerung, von Armut betroffen.
Über 20 Prozent der Rentner - und über 40 Prozent der Alleinerziehenden leben in Armut. „Das ist eine Schande“, kritisierte Beyer. (az)