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Energie: Kraftwerk kommt nicht in Gang

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Kraftwerk kommt nicht in Gang

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    „Das Projekt Holzgas-Heizkraftwerk ist in Summe nicht im Ansatz gefährdet.“Marc Fuchs, Marketingleiter bei den SWU
    „Das Projekt Holzgas-Heizkraftwerk ist in Summe nicht im Ansatz gefährdet.“Marc Fuchs, Marketingleiter bei den SWU

    Senden Es ist ein Prestigeprojekt, das in dieser Form noch nie gebaut wurde: das Holzgas-Heizkraftwerk der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) im Sendener Norden. Doch noch immer ist die hochmoderne Anlage nicht in den Probebetrieb gegangen. Schon mehrmals haben die SWU ein Datum für den Beginn der Testphase genannt – jedes Mal verschob sich der Start. Zuletzt sollte der hunderttägige Probebetrieb, auf den dann – sofern das Werk störungsfrei läuft – der Regelbetrieb folgt, Mitte Mai beginnen. Doch der Probebetrieb hat sich erneut verschoben – aus technischen Gründen, wie die SWU mitteilen.

    „Wir sind da guter Dinge“, sagte trotzdem SWU-Geschäftsführer Matthias Berz unlängst bei der Vorstellung des Jahresabschlusses der SWU im Neu-Ulmer Haupt- und Finanzausschuss. Man sei in der Inbetriebnahmephase, nach den 100 Tagen Test werde im Herbst der Regelbetrieb beginnen.

    „Wir machen deutliche Fortschritte“, sagt auch Marc Fuchs, Leiter Marketing und Kommunikation bei den SWU auf Nachfrage der NUZ. Allerdings könne er für den Start des Probebetriebs keinen genauen Termin nennen. Wie steht es also um das ambitionierte Vorhaben? Könnte es schlimmstenfalls gar scheitern? „Das Projekt Holzgas-Heizkraftwerk ist in Summe nicht im Ansatz gefährdet“, erklärt Fuchs. Das Holzgas-Heizkraftwerk ist das modernste Projekt dieser Art in Europa. Nur im niederösterreichischen Güssing gibt es eine vergleichbare Anlage, die aber nur halb so groß ist. Mit dem Kraftwerk wird ein sechs Kilometer langes Fernwärmenetz errichtet, mit dem Senden und die Stadt Neu-Ulm versorgt werden. Um die 33 Millionen Euro kostet das Kraftwerk. „Das ist eine sehr innovative Technik, wenn auch in altbekannter Form“, sagte Berz im Neu-Ulmer Ausschuss über das Kraftwerk. Eine zentrale Rolle soll dabei der Klimaschutz spielen. Denn in den heimischen Wäldern wächst laut Experten mehr Holz nach, als eingeschlagen wird. Das Heizmaterial, das in Senden verwendet wird, stammt hauptsächlich aus der Region. Doch offenbar läuft bei dem umweltfreundlichen Pilotprojekt längst nicht alles so reibungslos, wie es sich die Verantwortlichen wohl erhofft hatten. Ein Schaden im Vergaser war im Dezember 2011 der Grund dafür, dass die Inbetriebnahme unterbrochen werden musste. Allerdings, so berichteten die SWU damals, seien zu diesem Zeitpunkt bereits Holzhackschnitzel verschwelt worden. Die Stromerzeugung in dem Kraftwerk funktioniert grob so: Im Inneren wird Holz auf 950 Grad Celsius erhitzt. Dadurch verschwelt es umgehend. Das dabei entstehende Gas wird in zwei Motoren verbrannt, die Generatoren antreiben und Strom erzeugen.

    Was einfach klingt, ist für die Planer und Konstrukteure im Detail aber oft Neuland. Wann sie die immer wieder auftretenden technischen Probleme endgültig in den Griff bekommen, muss sich zeigen.

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