Hackbrettorchester „Gelbe Saiten“ begeistert in Roggenburg
Roggenburg „Blues mich“ bat der schon legendäre Gitarrist Lousiana Red vor Konzerten stets seine Gitarre. Dass auch ein Hackbrett eine solche Bitte erfüllen kann, bewies das Ensemble „Gelbe Saiten“ in einem hinreißenden Konzert im Konzertsaal des Bildungszentrums im Kloster Roggenburg. Schon der Name des aus 20 Hackbrettspielern, zwei Gitarristen und einem Bassisten bestehenden Orchesters weist darauf hin, dass es eine besondere musikalische Botschaft verbreiten will.
Unter ihrem Dirigenten Jörg Lausinger boten die Musiker aus den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen ein Programm, welches das Hackbrett zärtlich und hymnisch aus seiner Volks- und Hausmusikecke herauslockte – ohne jedoch seine Wurzeln zu verleugnen. Zart besaitet begann es mit dem Lautenbacher Walzer, um dann mit südamerikanischer Sinnlichkeit zum Tanz mit dem „Tango Margarita“ aufzufordern. „Blues mich“ forderte dann das Ensemble seine chromatischen Instrumente auf und diese legten den Welthit „Nothing at the button“ von Metallica auf einen poppigen Saitenteppich. „A Glasele Wein“ wurde dann beim Klezmer mit großer Hingabe serviert. Mit „Dance Pallas“ luden die flotten Hackbretter in die tollen 1930er-Jahre ein. „Mamma mia“ von Abba setzte noch einen rhythmischen Höhepunkt und Louis Armstrongs „Mister Sandmann“ leitete zärtlich über zu der „Geisterstunden Polka“, mit welcher das Ensemble der Volksmusik fröhlich seine Referenz erwies.
So wurde das Jahrhunderte alte Hackbrett zum jugendlich-musikalischen Botschafter. Die „Gelben Saiten“ können das nächste Mal am 24. März bei einem Benefizkonzert in Illertissen aufgeschlagen werden. Wer das Besondere sucht, wird dort bestimmt fündig: In Roggenburg jedenfalls durften die Hackbrettspieler nicht ohne Zugabe von der Bühne. (mde)
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