Weißenhorn Rund 90 Stunden lang haben 60 Kinder der Realschule Weißenhorn geprobt – sogar in den Osterferien wurde getanzt und gesungen: Nun hat sich die Mühe ausgezahlt – mit drei furiosen Auftritten verzauberten die Fünft- und Sechstklässler ihre Zuhörer am Wochenende in der ausverkauften Weißenhorner Stadthalle. Gemeinsam mit ihrer Musiklehrerin Krimhilde Dornach brachten die ein Musical nach der Erzählung „Der kleine Prinz“ aus der Feder des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry (siehe Kasten) auf die Bühne.
Die Gäste sahen eine beeindruckende Leistung der kleinen Musicalstars im Alter zwischen elf bis zwölf Jahren. Denn ein 75-minütiges Programm auf die Beine zu stellen, erfordert Konzentration und Disziplin. Doch zugleich müssen die Schauspieler locker wirken, um in ihren Rollen aufzugehen, sagt Lehrerin Dornach. Dass diese Gratwanderung gelang, beweist die Besetzung rund um den Hauptdarsteller Johannes Pelz, der den kleinen Prinzen spielte. Die gesangliche Qualität und die Präsenz auf der Bühne war schlichtweg von erster Güte. Dabei haben die Schüler der fünften Klasse erst seit diesem Schuljahr Gesangunterricht in Form eines „Basickurses“ bei Lehrerin Krimhilde Dornach. Zwar waren die Hauptcharaktere ausnahmslos Schüler der Musiktheaterklasse 6a, aber die Parts der Nebendarsteller sind nicht weniger wichtig: „Ein Musical funktioniert nur als Gemeinschaftsleistung“, so die Lehrerin. Für jeden gab es die passende Rolle: Die jüngeren Kinder spielen Rosen, Geier und Wildtiere.
Songs aus „Mozart“ und „Wicked – die Hexen von Oz“
Auch die instrumentale Begleitung kommt teilweise von den Schülern, die Songs stammen aus den Musicals „Mozart“ und „Wicked –die Hexen von Oz“. Krimhilde Dornach schrieb das Märchen von Saint-Exupéry an einigen Stellen um, damit alle Schüler Dialoge und Gesangparts hatten. Die Wildtiere ersetzen die Gespräche zwischen dem Prinzen und dem Piloten: „Sonst wäre es zu viel Text, denn die Dialoge mit dem Piloten erstrecken sich über das ganze Märchen“, erläutert die Lehrerin.
Im vergangenen Jahr gab es eine ähnliche Vorstellung. Die heutige Klasse 6a führte damals das Stück „Prinzessin Süssüsan und Räuber Brunburbu“ auf. Diese Show war so erfolgreich, dass es in den Sommermonaten weitere Aufführungen gab. „Die Fünftklässler von damals sind heuer die alten Hasen“, erzählt Dornach. Bei den Proben gab es neben dem Gesangsunterricht extra Unterrichtseinheiten für Mimik, Gestik und Improvisation. In denen übten die Darsteller in speziellen Einzelcoachings das Musical. Mal der kleine Prinz mit dem Piloten, dann wieder mit dem Fuchs.
Großes Potenzial in der Stimme des schlauen Fuchses
In der Stimme von Fuchs-Darstellerin Lisa Becker ist viel Potenzial und Talent erkennbar. Den Song „Wie ich bin“ aus dem Wicked-Musical besang das Mädchen mit großem Ausdruck und auch die schauspielerische Leistung beinhaltete eine gefühlvolle Gestik, welche die Klugheit des Fuchses veranschaulichte.
Für Dornach steht die soziale Komponente im Vordergrund: „Die Musicalarbeit fördert Integration, Gemeinschaftsgefühl und Freundschaften.“ Deshalb soll auch im kommenden Jahr gesungen werden.