Roggenburg In Zukunft soll es in der Gemeinde viele neue Bauplätze geben – die Weichen dafür haben die Räte nun mit einer Novelle des Flächennutzungsplans gestellt. Zudem beschäftigte sich das Gremium mit dem Baugebiet „Zimmerplätze“ – und Anregungen von beteiligten Behörden. Und Pater Roman Löschinger legte einen Jahresbericht zu seiner Arbeit im Bildungszentrum vor. Hier ein Überblick.
Bildungszentrum: „Du Pater, ich hätte auch nicht geglaubt, dass ich sechs werde.“ Der kleine Junge aus dem Hospiz Grönenbach, der Pater Löschinger diesen Satz anvertraute, ist lebensbedrohlich erkrankt. Er gehört zu den 20000 Übernachtungsgästen, die das Zentrum für Familie, Umwelt und Kultur (siehe Kasten) jährlich beherbergt. „Das war für mich das tief greifendste und beeindruckendste Erlebnis der vergangenen zehn Jahre.“ Das zehnjährige Bestehen des Bildungszentrums stand im Mittelpunkt seines Berichtes für den Trägerverbund, dem neben der Gemeinde der Landkreis, der Bezirk und das Kloster angehören.
Flächenplan: Wo darf gebaut werden: Alle fünf bis sechs Jahre aktualisiert die Gemeinde Roggenburg den Plan. Im November waren die Bürger aufgefordert worden, bei der Gemeinde Änderungswünsche einzureichen. Elf Anträge gingen ein. Die Anträge hat ein Stadtplanungsbüro ausgewertet und untersucht. Die Ergebnisse wurden nun von Geografin Daniela Saloustros vorgestellt. In allen Roggenburger Ortsteilen sollen Flächen neu beschrieben werden und andere Klassifizierungen erhalten. Bis auf eine Fläche bei Biberach, deren Erschließung sich als „äußerst problematisch“ darstellen würde, konnten die Gemeinderäte alle Wünsche erfüllen. Im angepassten Flächennutzungsplan sind etwa 20000 Quadratmeter für neues Bauland ausgewiesen. Als „sonstige Flächen“ sind zum Beispiel der windreiche Standort in Meßhofen, die 4300 Quadratmeter große Liegewiese am Roggenburger Weiher, die Koppelflächen des Pferdesportvereins Roggenburg oder 3000 Quadratmeter für Wohnmobilstellplätze in Biberach ausgewiesen.
27 Beteiligte haben ein Wörtchen mitzureden
Baugebiet: Zum Bebauungsplan „Zimmerplätze“ in Roggenburg, wo 20 Einfamilienhäuser geplant sind, mussten sich die Räte durch Stellungnahmen von 27 Beteiligten arbeiten. Sie reichten vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Krumbach bis zur Außenstelle der Wehrbereichsverwaltung Süd. Die erfreulichste Stellungnahme reichte der Donau-Iller-Nahverkehrsbund ein, der den bisherigen Zugang zum öffentlichen Personennahverkehr als „erschwert“ bezeichnete und weitere Bushaltestellen empfahl.
In Schleebuch will ein Bürger ein Einfamilienhaus am Ortsrand bauen – was normalerweise nicht möglich ist, da eine „grüne Wiese“ nicht als Bauland freigegeben ist. Die Räte wollen den Bau jedoch über eine sogenannte Einbeziehungssatzung genehmigen. Elf beteiligte Behörden wurden nach ihren Meinungen gefragt, vier reichten Einwände, Hinweise und Anregungen ein. Die Satzung will Baurecht für dieses eine Grundstück schaffen. So ließ das bayerische Landesamt für Denkmalpflege wissen, dass für „eventuell zutage tretende Bodendenkmäler eine Meldepflicht an das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz und an die untere Denkmalschutzbehörde (...) besteht“. Die Anlieger pochten unter anderem auf ihr Recht, weiterhin Vieh zu halten, und darauf, einen nur 80 Zentimeter von der Grundstücksgrenze entfernten Brunnen beizubehalten.