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Musikkabarett: Mit Dudelsack und Dirndl

Musikkabarett

Mit Dudelsack und Dirndl

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    Im Dirndl im Roxy: zwei bayerische Mädels, die in Ulm Medizin studieren.
    Im Dirndl im Roxy: zwei bayerische Mädels, die in Ulm Medizin studieren.

    Ulm Das Roxy war in bayerischer Hand, als die Boygroup „Da Huawa, da Meier & I“ mit fünffacher Bläserverstärkung in der Mehrzahl bayerisches Publikum über die Donau lockte und ihnen eine Mordsgaudi ablieferte.

    Eine ganze Truppe bildhübscher Mädels hatte sich mit originalen Dirndln für den Spaß gewappnet. Sie studieren in Ulm Medizin, stammen aber aus dem tiefsten Bayern. Sie wollten sich diese Kultband nicht entgehen lassen, die – wo immer sie auftritt – für ausverkaufte Häuser sorgt. So auch im Roxy, wo zahlreiche Lederhosenträger gesichtet wurden, die sich auf das Konzert dieses niederbayerisch-oberpfälzischen Musikkabaretts freuten, in dem jeder Musiker die Qualitäten eines Unikats mit dem eines Unikums vereint. Kunstnebel stieg auf, als das Dreigestirn der musikalischen Walhalla die Bühne betrat und für einen fulminanten Dudel-Auftakt sorgte.

    Mit dieser Band hat der Dudelsack endgültig Eingang gefunden in das Instrumentarium bayerischer Musik und gesellt sich zur Nasenflöte und dem „Klorophon“, mit dem die Musiker zu Beginn ihrer Karriere ihren Bekanntheitsgrad mächtig gesteigert hatten. Aus der Boygroup sind gestandene Musiker geworden, die seit ihrem denkwürdigen Auftritt 2009 im Ulmer Zelt die ganze Welt beglückt haben mit ihrem Alternativprogramm zu „Sex, Drugs and Rock ‘n’ Roll, nämlich „Fensterln, Schnupfa, Volksmusik“.

    Die Brunzkartler wollen den Schafkopf retten

    In das neue Programm „Vogelfrei“ flossen ihre Reiseerfahrungen mit ein. Da wird in Seppelhosen schon mal ein Kubanischer Salsa oder ein Reggae aus Kingston-Town aufgespielt und demonstriert, dass die Profimusiker mehr drauf haben als die Gstanzln beim Wirt oder die Blasmusik beim Gäubodenfest in Straubing. Obwohl sie schon das ganze Jahr auf Tour sind, merkt man ihnen den Spaß an, den sie noch immer mit ihrer musikalischen und kabarettistischen Hommage an die bayerische Lebensart haben. Da ist die Rede von den bayerischen Brunzkartlern, die den Schafkopf in den aussterbenden Wirtshäusern zu retten versuchen. Und es taucht die Frage auf, warum Bauern ihren Kindern immer zu kleine Gummistiefel kaufen: damit sie das Jammern von kleinauf lernen.

    Und natürlich ist vom Fensterln die Rede, das sich im Lauf der Zeit auch in Bayern verändert hat. Stiegen früher die Männer mit der Leiter zu ihrer Geliebten hinauf, zieht es der heutige Jungbayer vor, im „Windows-Fenster“ mit der Angebeteten zu chatten. Mit dem falschen Kennwort hat man heutzutage das gleiche Problem, wie wenn man früher ans falsche Fenster klopfte. „Da Huawa, da Meier & I“ trugen im Roxy mit einem gefühligen Blues die Landwirtschaft zu Grabe und priesen ironisch die Vorteile an, wenn man die Kühe gleich lebendig in die Biogasanlage reintreibt, weil ihr Brennwert höher ist als der Milchpreis.

    Derartige Sprüche heizten die Gaudi im Roxy-Saal an. Und als nach zweieinhalb Stunden die Show mit der Band-Hymne „Bayernland 2010“ ausklang, waren sich alle einig, wo das Paradies zu Hause ist. Nämlich dort, wo der Meier, der Huber und i zu Hause sind und sie es hinterfotzig und hochmusikalisch krachen lassen.

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