Meßhofen Ein Titel mit zwei Deutungsweisen: „Sorgenbrecher“ heißt eines der 17 Stücke, die der Musikverein Meßhofen bei einem Benefizkonzert im Festsaal des Klostergasthofes Roggenburg zum Besten gab. Denn die 54 Musiker unter Leitung von Rainer Baur vertrieben mit ihrem fröhlichen Spiel zuerst die Alltagssorgen des Publikums. Zugleich waren sie auch „Sorgenbrecher“ für 55 kenianische Waisenkinder, die vom Hilfswerk des Projektes „Schwarz-Weiß“ aus Ingstetten betreut werden. Die Spenden der Zuhörer kamen der Organisation von Marcel Dürr zugute, der am Ende 1000 Euro entgegennahm.
Humor in schwäbischer Mundart mit den „Hasamäx“
Die Kapelle bot Märsche und Polkas, dazu sang das Duo „Jenny und Dominik“. Schwäbischen Humor brachte der Kabarettist „Hasamäx“ aus Ersingen auf die Bühne. Der Künstler beruhigte die Zuhörer in den hinteren Reihen zunächst mit dem Hinweis: „Koi Angscht, i schtand in koim Loch, i bin so gloi“, bevor er urige Geschichten aus dem Leben zum Besten gab. Sehen konnten ihn die hinteren Reihen nicht, aber hören. Ein Beispiel: „Was isch dr Unterschied zwischen Dir und einem Moped“, fragt er einen haarlosen Musikanten. „A Moped ka ma frisiera“, klärte der Hasamäx auf.
Im ersten Teil des Konzertes wurden heimatliche Gefühle mit fröhlichen Klängen aus dem Dorfleben untermalt. Unter größter Kraftanstrengung trugen zwei Musikanten einen schweren Amboss herein, auf dem sie das Stück „Die lustige Dorfschmiede“ mit zwei Hämmern begleiteten. Als der Amboss von einer Musikantin mit Leichtigkeit hinausgetragen wurde, fühlte sich das Publikum genauso liebevoll auf den Arm genommen, wie bei den Geschichten des Hasamäx. Dem „schönen Fleckchen Erde“ des ersten Konzertteiles folgte im zweiten Teil eine Reise in die weite Welt der Schlager. Erstmalig in der Geschichte der Meßhofener Blaskapelle verließen dabei zeitweise alle Musikantinnen ihre Plätze und bildeten zusammen mit dem Duo Jenny und Dominik einen Chor, der das Publikum in ein „Les Humphries Concert“ mitnahm. Es gab „Rote Rosen“ und „Jasmin in 1000 Träumen“. Chor und Kapelle interpretierten gefühlvoll, was Rainer Baur mit beseelt-lebendigem Dirigat unterstrich. Nach der „Abschiedsmelodie“ war noch nicht Schluss: Das Publikum wollte die Musikanten nicht ohne Zugabe von der Bühne lassen. Mit dem beschwingten „Fliegermarsch“ geleiteten sie die Zuhörer auf den Heimweg.