Senden Zum Schluss gab es auch versöhnliche Töne: Bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates nannte Bürgermeister Kurt Baiker den Abschied von Stadträtin Gisela Schäfer „einen großen Verlust für das Gremium“. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte die Stadtverwaltung scharfe Kritik an der scheidenden Biss-Fraktionsvorsitzenden geübt, die ihren Lebensmittelpunkt nach Illertissen verlagert und deshalb den Stadtrat verlässt. Baiker vermisste lange Zeit eine Stellungnahme Schäfers über ihre künftigen Pläne und warf ihr schlechten Stil im Umgang mit seinem Mitarbeiter Martin Ummenhofer von der Geschäftsstelle Stadtrat vor (wir berichteten). Schäfer sagte vor einigen Tagen, sie sei zum Schluss massiv gedrängt worden, endlich zu gehen.
Beim offiziellen Abschied klang nun alles harmonischer. „Die Liebe ruft Sie nach Illertissen. Und wenn die Liebe ruft, hat alles andere zurückzustehen“, sagte Baiker zu Schäfer. Der Rathauschef überreichte der 68-Jährigen Blumen, Urkunde und Siegelring mit Gravur. Seit 2002 ist Schäfer Mitglied des Stadtrats gewesen, zuerst für die CSU, dann für Biss. Nachrückerin ist Monika Schwab (CSU), die bereits eine Legislaturperiode im Stadtrat war. 2008 hatte sie jedoch den Wiedereinzug nicht mehr geschafft. Sie wurde in der Sitzung vereidigt. Gisela Schäfers Biss-Kollege Anton Leger dankte seiner Mitstreiterin für ihr Engagement und nannte Schäfer im positiven Sinne eine „nicht immer ganz pflegeleichte Kollegin“. Kritik übte Leger am Klima im Stadtrat. Querdenkende und unbequeme Menschen wie Schäfer würden „verbal und nonverbal herabgewürdigt“. Auch das sei vielleicht ein Grund für Schäfer gewesen, ihr Ehrenamt niederzulegen.
Für Anton Leger hat das Ausscheiden Schäfers Konsequenzen. Dadurch, dass Leger nun der einzig verbliebene Biss-Stadtrat ist, verliert der Verein den Fraktionsstatus und kann nicht mehr in den Ausschüssen vertreten sein.