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Iveco: „Nehmt Papa nicht die Arbeit“

Iveco

„Nehmt Papa nicht die Arbeit“

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    Gewerkschaften und Mitarbeiter befürchten, dass mehr als die 670 Arbeitsplätze in der Lkw-Produktion wegfallen.
    Gewerkschaften und Mitarbeiter befürchten, dass mehr als die 670 Arbeitsplätze in der Lkw-Produktion wegfallen. Foto: Alexander Kaya

    Ulm Einer von 3000: Johann Miller, seit 1987 bei Iveco beschäftigt. Der 57-Jährige aus Biberberg steht mit seinem Blaumann inmitten der Menschenmasse und demonstriert gegen eine Managemententscheidung, der auch sein Arbeitsplatz zum Opfer fallen wird. Und der seines Sohnes. „Ich bin enttäuscht und stinksauer“, sagt der gelernte Maschinenschlosser, der zwar kurz vor der Altersteilzeit steht, aber die Tradition des Standorts und die Zukunft seines Nachwuchses im Kopf hat. Opfer haben sie gebracht über all die Jahre. Die 35-Stunden-Woche wurde ohne Lohnausgleich auf 40 erhöht, und trotzdem wurde Iveco im Laufe der 25 Jahre, seit denen Johann Miller an Bord ist, immer kleiner. „Dreimal so viel waren wir, als ich anfing“, sagt der Familienvater.

    Weitere 670 Jobs werden fehlen, wenn die Lasterproduktion geschlossen wird. „Die Belegschaft in Ulm wird angegriffen“, sagte Michael Braun von der Gewerkschaft IG Metall, der befürchtet, dass noch mehr als die 670 Jobs in der Lasterproduktion wegfallen. So bangen etwa die 140 Mitarbeiter der ausgegliederten Fiat GmbH um ihre Jobs: Diese Ausgliederung ist unter anderem verantwortlich für die Buchhaltung bei Iveco. Etwa die Hälfte dieser Stellen soll direkt an Iveco hängen. Unverständnis äußerte der Betriebsratsvorsitzende Bernhard Maurer zu Stimmen, die Warnstreiks für höhere Löhne gerade in der prekären Lage von Iveco kritisieren. Doch gerade jetzt müsse demonstriert werden, weil auch die Eindämmung der Leiharbeit ein Teil der Tarifforderungen ist. Und gerade diese drohe den Iveco-Beschäftigten nach einem Jobverlust in sehr vielen Fällen.

    Gönner: Lieber das Werk von Madrid nach Ulm verlagern

    „Nehmt unserem Papa nicht die Arbeit“, stand auf einem der vielen Protestplakate. Daneben die Unterschriften von Lena, Max, Anna und Paul. Im Sinne von Lena, Max, Anna und Paul und anderen betroffenen Familien hofft Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner, dass der Ruf der 3000 Kehlen aus Ulm bis über die Alpen nach Turin schallt. Denn Ulm sei das Aushängeschild für Iveco, nicht Madrid, jenes Werk, wo künftig die Laster des Typs „Stralis“ produziert werden sollen. Nur umgekehrt wird aus Sicht von Gönner „ein Schuh daraus“. Denn Nord- und Mitteleuropa seien die wichtigen Märkte. Johann Miller klatscht. Und hofft. So wie 3000 Menschen um ihn herum.

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