Ulm Nun ist es offiziell: Das Interdisziplinäre Prostatakarzinomzentrum Ulm (IPZU) hat den langen Weg zur Zertifizierung erfolgreich gemeistert. "Die gründliche fachliche Vorbereitung und das große Engagement aller Beteiligten werden sich für unsere Patienten auszahlen", freut sich Prof. Dr. Mark Schrader, Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie.

Die Besonderheit an der nun auch offiziellen Bestätigung der hohen medizinischen Qualitätsstandards, die von der Deutschen Krebsgesellschaft gefordert werden: Gemeinsam mit der Klinik wurden 15 niedergelassene urologische Facharztpraxen aus Ulm, Neu-Ulm und dem Umland ebenfalls zertifiziert.
"Für die Patienten der Region bedeutet dies, dass sie fächerübergreifend von einem Team ausgewiesener Experten verschiedener Disziplinen betreut werden", sagt Prof. Mark Schrader. "Das Interdisziplinäre Prostatakarzinomzentrum Ulm und seine kooperierenden Partner haben den Anspruch, Menschen mit Prostatakrebs, deren Angehörige und anderen Ratsuchenden die bestmögliche Hilfe und gegebenenfalls Behandlung zukommen zu lassen. Mit unserem Kompetenzzentrum bieten wir somit die Möglichkeit einer optimalen, individuell ausgerichteten Therapiegestaltung."
Erst vor wenigen Monaten übernahm Prof. Schrader, der zuvor als stellvertretender Klinikdirektor der Urologischen Klinik und Hochschulambulanz der Charité in Berlin tätig war, das Amt von Prof. Dr. Dr. h.c. Hautmann, der in den Ruhestand gegangen ist.
Unter Leitung der Urologischen Klinik sowie der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Thomas Wiegel) wird das Interdisziplinäre Prostatakarzinomzentrum fächerübergreifend und in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Urologen geführt. "Diese Verzahnung des ambulanten Bereichs mit einer stationären Versorgung ist ein ganz entscheidender Baustein des Versorgungskonzepts", sagen Schrader und Wiegel übereinstimmend und ergänzen: "Die persönliche Beratung anhand der gemeinsam erarbeiteten Therapieempfehlung, schafft ein hohes Maß an Sicherheit für den Patienten und lässt eine selbstbestimmte Therapieentscheidung in enger Absprache mit niedergelassenen Urologen und den Behandlungspartnern im Prostatakarzinomzentrum zu."
Das IPZU ist am Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) angesiedelt, dem Integrativen Tumorzentrum des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät.
"Hier finden auch die von der Urologie organisierten Tumorboards statt", erläutert Dr. Florian Jentzmik, Oberarzt an der Klinik für Urologie und verantwortlicher Zentrumskoordinator.
Unter Tumorboards sind interdisziplinär besetzte Konferenzen von Medizinern zu verstehen, die für jeden einzelnen vorgestellten Patienten therapeutische Vorgehensweisen diskutieren und gemeinsam Therapiestrategien festlegen.
"Diese Systematik entspricht den geforderten Zertifizierungsrichtlinien", unterstreicht Dr. Jentzmik und weist auf eine Sprechstunde zur Patientenberatung hin, die immer freitags von 13 bis 15 Uhr angeboten wird: "Die Anmeldung von Patienten mit einem bereits histologisch gesicherten Prostatakarzinom, kann durch niedergelassene Kollegen, also Urologen oder Hausärzte, erfolgen. Wir koordinieren diese Beratung über unsere Servicezentrale im Klinikum, die unter der Rufnummer (0731) 500 58333 zu erreichen ist." (az)
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