Neu-Ulm Die Grünen in Neu-Ulm, organisiert im achtzig Mitglieder starken Ortsverein, planen einen neuen Anlauf, um mehr Aufmerksamkeit zu gewinnen und sich gegen Konkurrenz aus Ulm zu wappnen. Helfen soll dabei vor allem Klaus Rederer, der jetzt bei der Jahresversammlung neben der amtierenden Vorsitzenden Gabriele Rzehak-Wartha in die „Doppelspitze“ gewählt wurde.
„Der Boom, der die Grünen in letzter Zeit erfasst hat, ist an uns in Neu-Ulm vorbeigegangen“, bedauerte Vorsitzende Rzehak-Wartha im Bericht zur Lage des Ortsvereins. Das sei aber eigentlich natürlich. „Denn zwischen Wahlen flaut das Interesse an Politik doch immer ziemlich ab.“ Außerdem würden die grünen Themen ja nun vermehrt von anderen besetzt.
Das alles soll sich ändern. Mit der Jahresversammlung werde ein neuer Anlauf genommen. „Wir setzen auf die nächsten beiden Jahre, in denen es zwei Wahlen gibt.“ Da gelte es nun, die Mitglieder zu aktivieren, über die gute Stadtratsarbeit zu informieren und alles über den Ortsverein bekannt zu machen. Ein wenig bedauerte Gabriele Rzehak-Wartha, die den Ortsverein seit 2008 allein ohne weitere Vorstandsmitglieder führt, die relativ komfortable Situation der Ulmer Grünen, „zu denen wir in Konkurrenz stehen“. Dass es den Ulmer Grünen so viel besser gehe, schob die Vorsitzende auf die „Studentenbevölkerung“, in der die Grünen ihre Mitglieder rekrutieren könnten.
Bevor der selbstständige Kaufmann Klaus Rederer einstimmig in der von acht Mitgliedern besuchten Jahresversammlung per Akklamation in die Doppelspitze gewählt wurde, stellte er sein Arbeitsprogramm vor. Rederer, der vor Jahren schon mal für die Neu-Ulmer SPD als Oberbürgermeisterkandidat angetreten war, bedankte sich, dass er unvoreingenommen von den Grünen aufgenommen worden sei. Er wolle nun „Dynamik in den Ortsverein bringen.“ Er sei „mit großer Freude Teamspieler mit netten und sympathischen Leuten“.
Vor allem aber will Rederer, der laut eigener Internetseite seit sechs Jahren mit der „Entwicklung und Pflege eines eigenen Warenwirtschaftsprogramms für das Schrott-, Metall- und Recyclinggewerbe“ befasst ist, den Internetauftritt der Neu-Ulmer Grünen aufpolieren. „In meiner neuen Partei möchte ich aber auch zu den klassischen Themen meinen Beitrag leisten.“ Dazu rechne er die Vermehrung und Entwicklung erneuerbarer Energien, was allerdings nicht zur „Vermaisung der Landschaft zwischen Finningen und Schwaighofen“ führen dürfe. Er trete aber sehr wohl für die kräftige Vermehrung der Hausdächer mit Solaranlagen ein. Holger Greif, einer von zwei Sprechern im Grünen-Kreisverband, begrüßte den „Neustart des Ortsvereins und dass er nun wiederbelebt wird.“ (grr)