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08. Juni 2010 20:55 Uhr

Nichts für "autistische Eierköpfe"

Neu-Ulm Begabung allein bringt nicht viel, Talente müssen gefördert werden. Genau das soll ab dem kommenden Schuljahr am Lessing-Gymnasium geschehen. Dort wird - nach Memmingen - der zweite Begabtenstützpunkt in Schwaben eingerichtet. Hierfür werden besondere Kurse aus den Bereichen Technik, Sprache, Mathematik und Theater angeboten. Auf diese Weise könnte das Neu-Ulmer Gymnasium Anziehungspunkt für hochbegabte Schüler aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus werden. "Ich bin überzeugt, dass das eine runde Sache wird", freute sich der Ministerialbeauftragte Hubert Lepperdinger, auf dessen Initiative hin Neu-Ulm ausgewählt wurde. "Neu-Ulm liegt zwar nicht im Zentrum Bayerns, aber es bildet zusammen mit Ulm ein Zentrum", sagte er.

Schrauben am Feuerwehrauto oder an Robotern - das können begabte Schüler künftig am Lessing-Gymnasium. Schulleiter Dr. Martin Bader (im Auto), Landrat Erich Josef Geßner (zweiter von rechts) und Ministerialbeauftragter Hubert Lepperdinger (Mitte) sind mit der Auswahl Neu-Ulms als Begabtenstützpunkt zufrieden. Foto: Schuster
Foto: Schuster

Ausschlaggebend für die Entscheidung sei aber auch das Engagement von Schulleiter Dr. Martin Bader und der Lehrkräfte gewesen. Auch Landrat Erich Josef Geßner unterstützte das Projekt nach Kräften. "Unser Ziel ist es, den Landkreis als Bildungsregion zu etablieren. Der Begabtenstützpunkt ist ein weiterer Baustein hierzu." Denn Bildungsförderung dürfe sich nicht nur auf die breite Masse beschränken, sondern müsse auch die Spitze der besonders begabten in Augenschein nehmen.

"Wir wollen die Besten und die klügsten Köpfe", betonte Schulleiter Bader bei der Vorstellung des Projekts. Um es realisieren zu können, sei die Schule an Unternehmen und Hochschulen herangetreten, um diese als Kooperationspartner zu gewinnen. "Und das klappte sehr gut", so Bader. Unter anderem konnten Firmen wie EADS und Kuka, der Verein Cluster Nutzfahrzeuge Schwaben sowie die Uni Ulm und die Hochschule Neu-Ulm ins Boot geholt werden.

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Mit dem Angebot wolle man allerdings keine "autistischen Eierköpfe" heranzüchten, betonte Lepperdinger. Deshalb stünden das Soziale Lernen und das Arbeiten in der Gruppe im Vordergrund. Um Buben und Mädchen gleichermaßen anzusprechen, decken die Kurse verschiedenste Bereiche ab.

Ob ein Schüler für einen Begabtenkurs geeignet ist, hängt nicht nur von seinen Noten ab. Entscheidend sind vielmehr eventuell bereits gewonnene Preise (etwa bei Jugend forscht), das Ergebnis eines Intelligenztests oder eine Stellungnahme der Schule über das Vorliegen einer besonderen Begabung. Zudem ist ein Schulpsychologe ins Auswahlverfahren miteinbezogen.

Bewerbungsverfahren Besonders begabte Schüler können von den Eltern oder der bisherigen Schule vorgeschlagen werden. Bewerbungen sind an das Lessing-Gymnasium zu richten.

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