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Freizeit: Nostalgie, die blinkt

Freizeit

Nostalgie, die blinkt

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    Schon in jungen Jahren war Holger Exner ein passionierter Flipper-Spieler. 2008 gründete er mit Marco Knauer eine Firma, die sich auf den Handel mit Ersatzteilen und die Reparatur der Geräte spezialisiert hat.
    Schon in jungen Jahren war Holger Exner ein passionierter Flipper-Spieler. 2008 gründete er mit Marco Knauer eine Firma, die sich auf den Handel mit Ersatzteilen und die Reparatur der Geräte spezialisiert hat. Foto: Alexander Kaya

    Neu-Ulm „Ever since I was a young boy, i’ve played the silver ball“ (Schon seit ich ein kleiner Junge war, habe ich mit dem silbernen Ball gespielt) – so besangen die britischen Rocker von The Who einst in ihrem Hit „pinball wizzard“ die Liebe des tauben, blinden und stummen Tommy Walker zum Spiel am Flipperautomaten. Doch seit den späten 1990er Jahren ist der Flipper immer rarer geworden. Heute ist er so gut wie nirgends mehr zu finden. Doch immer noch haben viele das Klackern der wuchtigen, blinkenden Kisten im Ohr, die einst ganzen Generationen von Kneipengängern die Abende versüßten. Einer, der sich mit dem Aussterben des Flippers nicht abfinden will, ist der Ulmer Holger Exner. Für ihn sind die Automaten ein echtes Stück Kulturgut, das es zu erhalten gilt.

    Profis und Anfänger sollen auf ihre Kosten kommen

    Immer wieder hat Exner in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Marco Knauer kleinere und mittelgroße Turniere veranstaltet. Jetzt wollen die beiden Gründer der Flipper-Ersatzteile-Firma Pinballcenter die internationale Szene bei einem großen Flipper-Festival im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus zusammentrommeln. Bei der Veranstaltung, die am Samstag, 19. Mai, und Sonntag, 20. Mai, stattfindet, sollen Profis und Anfänger gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Erwartet werden unter anderem Spieler aus Ungarn, England, Dänemark und Polen. Auch der Europameister Robert Sutter wird in Neu-Ulm auf die Jagd nach Weltranglisten-Punkten gehen.

    „Wir machen zum ersten Mal eine Veranstaltung in dieser Größe und sind gespannt, was auf uns zu kommt“, sagte Holger Exner der NUZ. Die Besucher könnten sich auf mehr als 100 Geräte freuen, versprechen die Veranstalter. Neben beliebten Modellen wie „The Addams Familiy“ und „Elvira and the Party-Monsters“ gibt es auch echte Flipper-Urgesteine wie das Modell King Pin, Baujahr 1967. Nicht mehr rechtzeitig aus den USA zum Turnier in Neu-Ulm eintreffen werde der 1947 gebaute Lucky Star, sagt Exner. Trotzdem dürfte den Flipper-Fans einiges geboten sein. Wer Eintritt bezahlt hat, darf „flippern, bis die Finger bluten“, betont Exner. Denn die Geräte stehen auf Freispiel.

    Los geht es am Samstag um 11.45 Uhr mit der Begrüßung der Teilnehmer. Gespielt wird in Gruppen, das Finale steigt um 21 Uhr. Mitmachen kann jeder, der Lust hat. Karten gibt es noch vor Ort.

    Auch Leute ohne Vorkenntnisse können mitmachen

    Am Sonntag findet dann ab 12 Uhr ein Familienturnier statt, bei dem sich Interessenten ebenfalls kurzfristig vor Ort anmelden können. „Es geht in erster Linie um Spaß. Auch Leute ohne Vorkenntnisse können mitmachen“, betont Exner. Von 10 bis 12 Uhr steht am Sonntag zudem ein Vortrag von Flipper-Designer Steve Ritchie auf dem Programm. Das Turnier, sagt Exner, soll bei den Älteren Erinnerungen wecken und gleichzeitig den Nachwuchs begeistern. Auch wenn die Gelegenheiten zum Spielen heute selten sind. „Ich wüsste nicht, wo es noch einen Flipper in freier Wildbahn gibt“, sagt Holger Exner etwas wehmütig. Der Fan übt Kritik: Während Kicker und Dart von der Vergnügungssteuer befreit seien, müssten für einen Flipper hohe Summen bezahlt werden. „Das ist nicht fair“, sagt Exner. Damit sei den kultigen Kisten der Garaus gemacht worden, gleichzeitig schossen jedoch zahllose Spielkasinos aus dem Boden, bei denen „mit dem Unglück der Leute“ Geld verdient werde. „Doppelmoral“, nennt Exner dieses Vorgehen der Gesetzgeber. Um so schöner findet Exner den „Gemeinschaftsgedanken“, der bei den Flipper-Fans vorherrsche. Damit das Festival in Neu-Ulm ein voller Erfolg wird, hätten die Liebhaber ihre Geräte uneigennützig zusammengetragen.

    Informationen zum Flipper-Festival gibt es auch im Internet unter www.pinballcenter.eu

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