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Pauluskirche Ulm: Ode an die Freude entfacht Gänsehaut

Pauluskirche Ulm

Ode an die Freude entfacht Gänsehaut

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    Bei der packenden Aufführung von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie wurde die von Hartmut P. Mayer in der ausverkauften Pauluskirche geleitete vielstimmige Chorgemeinschaft Ulm noch vom sich auf Gegenbesuch befindenden Kawaguchi-Chorkreis aus Japan unterstützt.
    Bei der packenden Aufführung von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie wurde die von Hartmut P. Mayer in der ausverkauften Pauluskirche geleitete vielstimmige Chorgemeinschaft Ulm noch vom sich auf Gegenbesuch befindenden Kawaguchi-Chorkreis aus Japan unterstützt. Foto: Foto: Dagmar Hub

    Von Dagmar Hub

    Ulm Es ist noch keine hundert Jahre her, dass Beethovens 9. Sinfonie erstmals in Japan erklang – aufgeführt 1918 von deutschen Kriegsgefangenen in einem Lager. Beethovens Sinfonie um Schillers Gedicht „An die Freude“ traf mit ihrer Sehnsucht nach Völker verbindender Brüderlichkeit die Seele der Japaner derart, dass die „Ode an die Freude“ heute überall in Japan zum Jahreswechsel von riesigen Chören in deutscher Sprache aufgeführt wird.

    Intensiv vertraut mit der „Ode an die Freude“ ist der Bürgerchor der japanischen Stadt Kawaguchi, gegründet 1988 unter dem Namen „Der Kawaguchi-Chorkreis singt die Neunte“, eigens zum Zweck der Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie also.

    Diesen Chor lernte der Ulmer Dirigent Hartmut Premendra Mayer im vergangenen Jahr kennen; die Idee eines gemeinsamen Konzerts mit Mayers Ulmer Chorgemeinschaft entstand. Ihre Realisierung in der ausverkauften Pauluskirche wurde am Wochenende zu einem bewegenden Großereignis, vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert. Beethovens Coriolan-Ouvertüre vorneweg zeigte ein gut aufgelegtes und hoch konzentriertes Orchester aus Mitgliedern der Ulmer Philharmoniker und von Camerata Ulm, das sich auch scheinbar mühelos, mit Verve und Temperament durch die technischen Schwierigkeiten der 9. Sinfonie spielte.

    Dass deren letzter Satz gesungen wird, war ein musikgeschichtliches Novum, als Ludwig van Beethoven die Sinfonie 1824 komponierte und in Wien uraufführte. Doch gerade dieser eigenartige letzte Satz ist es wohl, der die 9. Sinfonie des – damals bereits völlig tauben – Komponisten weltweit so beliebt macht, dass die Freudenmelodie zur offiziellen Hymne der Europäischen Union wurde. Obwohl der Zuhörer jeden Ton zu kennen meint: Es machte Gänsehaut, als der riesige Chor aus deutschen und japanischen Sängerinnen und Sängern das friedenssehnsüchtige, verbindende „Alle Menschen werden Brüder“ erklingen ließ.

    Große Leistungen vollbrachten auch die Solisten Sönke Morbach (mit wuchtigem Bass-Bariton), Hans-Günter Dotzauer (Tenor), Carmen Seibel und die überragende Maria Rosendorfsky, die seit ihrem Engagement am Theater Ulm (2004 bis 2006) immer wieder an die Donau zurückkehrt, obwohl sie inzwischen eine weltweite Konzerttätigkeit ausübt.

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