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Neue Chirurgie: Operation Umzug hat begonnen

Neue Chirurgie

Operation Umzug hat begonnen

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    Die Fassade der neuen Chirurgie auf dem Oberen Eselsberg ist so gut wie fertig (unten links), der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Impressionen von der Baustelle: der Lichthof im Bettentrakt (oben links), ein Blick in einen der OPs (oben Mitte), ein schier endloser Gang im Keller (rechts).
    Die Fassade der neuen Chirurgie auf dem Oberen Eselsberg ist so gut wie fertig (unten links), der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Impressionen von der Baustelle: der Lichthof im Bettentrakt (oben links), ein Blick in einen der OPs (oben Mitte), ein schier endloser Gang im Keller (rechts). Foto: Fotos: Andreas Brücken

    Ulm Wo derzeit noch Kabel von der Decke hängen und Kisten in der Ecke stehen, werden in weniger als einem Jahr schwer verletzte Patienten operiert. Die Fassade der neuen Chirurgie des Universitätsklinikums Ulm auf dem Oberen Eselsberg ist so gut wie fertig, derzeit läuft der Innenausbau auf Hochtouren. Bis zu 500 Handwerker hämmern, bohren und streichen in dem riesigen Gebäude, vom Keller mit einer vollautomatischen Transportanlage bis zum Dach, auf dem künftig der Rettungshubschrauber landet. 2300 Räume auf einer Nutzfläche von 30000 Quadratmetern umfasst das Haus. Bis Mitte nächsten Jahres soll alles fertig sein.

    Der Countdown bis zur Inbetriebnahme läuft. Und seit einigen Wochen befasst sich ein Team von Experten mit einer der wohl kniffligsten Aufgaben bei diesem Großprojekt: dem Umzug der Patienten. Denn am „Tag X“, dem 15. Juni 2012, werden sämtliche Patienten – egal wie gebrechlich, wie schwer verletzt oder wie krank sie sind – von der alten Klinik am Safranberg sieben Kilometer rauf in das neue Haus auf dem Oberen Eselsberg gebracht. „Das wird eine gewaltige Herausforderung“, sagt Prof. Dr. Ernst Pfenninger von der Abteilung Klinische Anästhesie, der in dem Projektteam federführend mit tätig ist. Doch weil es keinen Parallelbetrieb in beiden Kliniken geben soll, haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, alle Patienten auf einen Schwung umziehen zu lassen.

    Jeder bekommt seinen eigenen Betreuer

    Eine höchstmögliche Sicherheit der Patienten hat dabei oberste Priorität. Doch auch der Komfort soll möglichst optimal sein. Deshalb werde es bei dem Umzug eine „1:1-Betreuung“ geben, sagte Pfenninger. „Jeder Patient hat seinen eigenen Betreuer.“ Der wird für ihn packen, ihn begleiten, zum richtigen Aufzug führen und ihn im neuen Krankenhaus versorgen. Die Betreuer können Ärzte sein, Rettungssanitäter oder auch Schwesternschülerinnen – je nach medizinischer Anforderung.

    Allein mit etwa 50 Intensivpatienten rechnen die Ärzte, dazu mit etwa 150 bis 200 weiteren Kranken. Wer kann gehen und wer muss liegend in die neue Klinik gebracht werden? Müssen Straßenkreuzungen gesperrt oder Ampeln während der Fahrten anders geschaltet werden? Wie viele Fahrzeuge werden benötigt? Wie viel Personal ist vorzuhalten? Wo werden akute Notfälle an diesem Tag versorgt? Mit solchen und vielen weiteren Detailfragen beschäftigen sich die Mitglieder der Projektgruppe. Das Klinikum arbeitet dabei eng mit Polizei, Feuerwehr und der Stadt Ulm zusammen. Letztere hat den Umzug bereits als Katastrophenschutzübung angemeldet, um die Abläufe zu erleichtern. Etwa 350 bis 400 Mitarbeiter werden am „Tag X“ im Einsatz sein, schätzt Pfenninger. Verstärkung erhält das Personal beispielsweise von der Akademie für Gesundheitsberufe in Wiblingen. Auch für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist der 15. Juni eine besondere Herausforderung. Mit der doppelten Transportkapazität sind die Männer und Frauen im Einsatz. Etwa 30 Fahrzeuge werden am Umzugstag zwischen Safranberg und Eselsberg pendeln. Verstärkung bekommen die Ulmer unter anderem aus Heidenheim und Göppingen.

    „Die Planung für den Ablauf wird im Februar abgeschlossen sein“, sagt Professor Pfenninger. Dann muss feststehen, wer am 15. Juni was zu tun hat und was bei eventuellen Zwischenfällen passiert. Der genaue Ablauf wird bei einer Stabsübung Ende April durchgespielt. Anfang Juni gibt es eine Vorortsimulation mit allen Beteiligten. Vor dem „Tag X“ gibt es drei Tage Vorlauf, an denen alle Fakten nochmals gecheckt werden. Und am 15. Juni gegen 16 Uhr sollen alle Patienten umgezogen sein – und die „Operation Umzug“ ist hoffentlich geglückt.

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