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Ulmer Denkanstöße: Peter Sloterdijk und der Egoismus

Ulmer Denkanstöße

Peter Sloterdijk und der Egoismus

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    Peter Sloterdijk
    Peter Sloterdijk

    Ulm Wie viel Egoismus verträgt unsere Gesellschaft? Diese Frage ist das Leitmotiv der 4. Ulmer Denkanstöße von 16. bis 19. März. Einerseits werden Netzwerke und Kooperationen in Beruf und Privatleben hochgelobt und angestrebt, andererseits scheinen Gier, Vorteilssuche und Ellbogen im Gerangel um Geld, Macht und Einfluss weiterhin zur „Standardausrüstung“ der Erfolgreichen zu gehören. „Doch sind die Gewinner am Ende auch die Glücklichen?“, fragen die Veranstalter vom Humboldt-Studienzentrum der Universität Ulm und von der Hauptabteilung Kultur der Stadt Ulm, unterstützt durch die Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg.

    „Was zählt unterm Strich – ich oder wir?“ ist die Veranstaltung überschrieben. Absolutes Zugpferd in diesem Jahr ist der Philosoph Peter Sloterdijk.

    Er hält am Donnerstag, 17. März, bei der Eröffnung im Stadthaus (Beginn um 19.30 Uhr) den Festvortrag zum Thema: „Der starke Grund zusammen zu sein“. Seit Sommer vorigen Jahres haben Professor Dr. Renate Breuninger, Geschäftsführerin des Humboldt-Studienzentrums und Manuela Fischer von der Geschäftsstelle sich die Finger wund telefoniert und versucht, Sloterdijk zu sprechen und ihn zu einem Besuch nach Ulm zu überreden – letztlich mit Erfolg.

    Saal ist bereits ausgebucht – Übertragung ins Foyer

    Jetzt prasseln im Gegenzug die Anrufe von Interessenten ein, die den unter anderem aus dem „Philosophischen Quartett“ im ZDF bekannten Denker unbedingt live sehen wollen. Der Saal mit 320 Plätzen ist bereits ausgebucht. Ganze Schulklassen haben sich bemüht, noch Plätze zu ergattern. Deshalb wird die Veranstaltung auch ins Foyer und ins Stadthauscafé übertragen. Wer rechtzeitig kommt, hat also durchaus noch die Chance, zumindest einen Stehplatz zu bekommen.

    Die Veranstalter sind von der Resonanz der noch jungen Reihe begeistert. „Da spürt man richtig, dass so etwas in Ulm gefehlt hat“, sagt Sabine Mayer-Dölle. Das hat sich herumgesprochen – es gibt Anfragen von Städten, die etwas Ähnliches bei sich etablieren möchten.

    Neben dem Gaststar zur Eröffnung haben die Ulmer Denkanstöße aber auch noch einiges mehr zu bieten. Das Symposium am Freitagnachmittag, 18. März, hat den Schwerpunkt „Individualismus und Familie“. Ab 14.30 Uhr referieren Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, Zukunftswissenschaftler, Publizist und Politikberater, sowie Prof. Dr. Dieter Thomä, Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen, und um 17 Uhr der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff, dessen Vortrag lautet: „Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden.“ Ebenfalls am Freitag, 18. März, um 20 Uhr kommt der Kabarettist Sven Kemmler ins Stadthaus.

    Der Samstag, 19. März, steht ab 14 Uhr unter dem Motto „Egoismus und Glück“. Es sprechen Peter Gross von der Universität St. Gallen, der Philosophieprofessor Kurt Bayertz sowie Hans-Werner Bierhoff, Lehrstuhlinhaber für Sozialpsychologie an der Bochumer Ruhr-Universität. Ab 17 Uhr gibt es eine Podiumsdiskussion, bei der auch die Themen Internet, Erinnerung und Tradition erörtert werden.

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