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KonzertKartei der Not: Polka mit Bravour

KonzertKartei der Not

Polka mit Bravour

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    Polka mit Bravour
    Polka mit Bravour

    Senden Gegen diesen Live-Auftritt hätte selbst der „Musikantenstadl“ keine Chance: Restlos ausverkauft war das Sendener Bürgerhaus, als die Blasmusikformation „Volles Rohr Böhmisch“ mit dem Marsch „Hohe Tatra“ ein dreistündiges Feuerwerk eröffnete, das von Glanzlichtern geradezu sprühte. Für die Kartei der Not brachte der Abend ebenfalls willkommene Unterstützung, denn von jeder der zahlreich verkauften Eintrittskarten ging ein Teilbetrag an das Leserhilfswerk unserer Zeitung.

    Dirigent Anton Nadler, für Blasmusikfreunde im weiten Umkreis Begriff für Qualität, hatte ein ebenso vielseitiges wie gefälliges Programm zusammen gestellt. Darin wechselten sich anspruchsvolle Solovorträge mit Polkas in allen Variationen ab, und zwischendurch gab es auch Märsche und Walzer, die somit den ganzen Reichtum des böhmischen Stils aufklingen ließen. Darunter waren solche „Klassiker“ wie der „Astronautenmarsch“ oder die unverwüstliche Polka „Auf der Vogelwiese“ ebenso vertreten wie seltener zu hörende, aber nicht minder reizvolle Kompositionen.

    Sie alle wurden mit vollem Engagement geboten. Da passten Harmonie und Rhythmus ebenso wie Intonation und Zusammenspiel, und Manfred Heiß an den Reglern der unaufdringlich eingestellten Verstärkeranlage hatte sehr wachsame Ohren, sodass „Volles Rohr Böhmisch“ zwar klangvoll, aber doch in abgewogenem dynamischem Verhältnis beim beifallsfreudigen Publikum ankam.

    Die zwanzig Aktiven, darunter als einzige Dame Kathrin Willbold an der Klarinette, präsentierten sich durchwegs als Könner ihres Faches und sie demonstrierten dies durch aufmerksames Eingehen auf das mitreißende Dirigat Nadlers, der stets für sorgfältige Abstimmung zwischen den einzelnen Registern sorgte. Darüber hinaus konnten sich Fabian Pecher (Posaune), Michael Graf (Tenorhorn) und Thomas Hartmann (Bariton) als Solisten von Format auszeichnen.

    Einen von den Aktiven und vom Publikum lang erwarteten Höhepunkt gab es vor der Pause, als Wolfgang Kleinschmidt, Dirigent der befreundeten „Rothtalmusikanten“, die erste CD der Formation „Volles Rohr Böhmisch“ unter dem Titel „Da schau her…“ vorstellte. Deren Programm, eine bunte Reihe bekannter und neuer böhmischer Melodien, bildete dann den zweiten Teil der Vortragsfolge. Darin fanden sich wiederum einige beliebte Perlen der böhmischen Musik wie die „Egerländer Festtagspolka“ oder der „Moldauwellen“-Walzer, aber auch eine neue Eigenkomposition von Nadler namens „Böhmischer Hit“, die sicherlich bald zu einem solchen werden wird und die den Untertitel „Bravour-Polka“ mit vollem Recht verdient hat.

    Ein paar Verschnaufpausen für das Orchester wurden von Maria Breitinger aus Silheim mit humoristischen Vorträgen ausgefüllt, bei denen sie als stilecht schwäbelnde Hausfrau dank ihrer originellen „Erlebnisse“ schnell und anhaltend die Lacher auf ihrer Seite hatte. Dass das dankbare Publikum auch nach fast drei Stunden noch nicht genug hatte, als mit dem Robert-Payer-Marsch „Wiener Elan“ die Programmfolge zu Ende ging, zeigte sich in begeistertem Applaus.

    So präsentierte sich Thomas Hartmann als „Baritonkönig“ mit der gleichnamigen Polka und dann gab es noch die „Polka mit Herz“ auf den Heimweg, sodass garantiert jeder Freund der böhmischen Blasmusik auf seine Kosten gekommen war.

    Bei uns im Internet

    Video vom Blasmusikkonzert unter

    www.nuz.de/videos

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