Senden Wer sich künftig ein Häuschen in Aufheim und Wullenstetten bauen möchte, hat gute Aussichten für eine Realisierung. Denn der Bau- und Umweltausschuss sprach sich in seiner Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich für die Aufnahme von Wohnbauflächen in diesen Ortsteilen in den Vorentwurf des Flächennutzungsplanes aus. Das umfangreiche Werk soll bis zum Jahr 2025 fortgeschrieben werden. Es wurde erläutert von Planern Dr. Dietmar Reinborn von der Stadtwerkstatt Ulm und Jan Blanek sowie Günther Wetzel, beide Stuttgart.
Dem Gremium lagen zudem Bürgeranträge zur Ausweisung neuer Wohnbauflächen in der Herbarthstraße in Wullenstetten und südlich von Aufheim vor. Letzterem erteilte Grünen-Stadtrat Helmut Meisel eine klare Absage. Dort fühlten sich Bewohner durch die B28 gestört, wie aus Bürgerversammlungen hinlänglich bekannt sei. Wer die Bebauung möchte, müsste auch für Lärmschutz sorgen. „Sehr positiv“ beurteilte Meisel dagegen, dass Bürger in der Herbarthstraße bauen wollten und beantragte, die Flächen in den Entwurf aufzunehmen. Blitzschnell witterte Bürgermeister Kurt Baiker dabei ein „G’schmäckle“. Denn unter den Anliegern, die ihr Schreiben an die Stadt unterzeichnet hatten, befand sich auch Meisels Stadtratskollegin Daniela Niegl, die mit am Tisch saß. In Richtung Meisel empörte sich der Bürgermeister: „Das haben Sie gewusst“. Der Grüne rückte von seinem Antrag jedoch nicht ab. Auch Gisela Schäfer (BiSS) plädierte dafür, dort trotz Verkehrszunahme bauen zu lassen. In der Herbarthstraße drohen laut Baiker vor allem Schwierigkeiten durch das Regenrückhaltebecken. Auf die Bauwilligen kämen dann höhere Kosten zu. Außerdem sei mit Lärm vom Sportplatz des FC Höll zu rechnen. Ganz anders beurteilte der Bürgermeister die Situation in Aufheim. In Anbetracht der Sanierung der Engelhart-Grundschule und des Turnhallenneubaus für zehn Millionen Euro erscheine es schon kurios, dass täglich Kinder von dort mit dem Bus in die Schule nach Aufheim gebracht werden müssten, damit der Schulbetrieb aufrecht erhalten werden kann. Eine Verbesserung der Situation sei mit der Ansiedlung junger Familien mit Kindern zu erreichen. „Aufheim braucht eine Erweiterungsfläche“, lautete deshalb sein dringender Appell. Mit einem Baugebiet werde automatisch Aushubmaterial anfallen, das dann als Lärmschutzwall benutzt werden könnte. Der Bauausschuss erteilte dem Ansinnen der Bürger in der Herbarthstraße und in Aufheim sein Einvernehmen. Stattdessen wurden die „Krautgärten“ in Hittistetten etwas „zurechtgestutzt.“
Gegen Zeltlager und Campingplatz am Ausee
Walter Wörtz (CSU) konnte sich mit der Idee nicht anfreunden, dass einer der Auseen bei Freudenegg zu einem Freizeitsee mit Jugendzeltlager und Campinglager umfunktioniert werden soll. Bei Wullenstetten gebe es Seen, die sich besser für diesen Zweck eigneten. Ein heikles Thema, wie Bürgermeister Baiker feststellte, „fast ein Verbrechen, was dort geschehen ist.“ Denn im Einzugsbereich des Trinkwasserspeichers befindet sich das frühere Alpine Kies- und Asphaltwerk, das jetzt in Händen der österreichischen Strabag ist. Baiker sieht die Zukunft der Trinkwasserversorgung alles andere als rosig. „Es gibt keine befriedigende Lösung.“