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Handel: Reischmann hat langfristige Pläne mit Modehaus Walz

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Reischmann hat langfristige Pläne mit Modehaus Walz

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    Gruppenfoto der Brüder Bleicher und Reischmann. Von links: Roland Reischmann, Thomas Reischmann, Wolfgang Bleicher, Bernd Bleicher und Wolfgang Reischmann.
    Gruppenfoto der Brüder Bleicher und Reischmann. Von links: Roland Reischmann, Thomas Reischmann, Wolfgang Bleicher, Bernd Bleicher und Wolfgang Reischmann. Foto: Foto: Oliver Helmstädter

    Ulm Der Schriftzug „Walz“ wird Mitte des Jahres aus der Ulmer Fußgängerzone verschwinden. „Reischmann“ wird stattdessen über dem Eingang zur Bahnhofstraße 4 zu lesen sein. Damit hat es sich aber schon mit grundlegenden Änderungen des Ulmer Traditionsgeschäfts, wie gestern die drei Brüder Roland, Thomas und Wolfgang Reischmann der Presse erläuterten.

    Das von der Fachzeitschrift Textilwirtschaft als „Textilfürsten“ titulierte Trio will nur ganz behutsam die eigene Handschrift einbringen. Unter dem Motto „never change a winning team“, so Roland Reischmann, der älteste der Brüder, solle das „intakte Unternehmen“ wie gehabt weitergeführt werden.

    Alle 130 Beschäftigten werden demnach zu unveränderten Bedingungen übernommen. Der Mietvertrag mit dem Immobilienbesitzer Achim Griese aus Hamburg sei zunächst für zwölf Jahre mit Option auf Verlängerung geschlossen. In Anbetracht von insgesamt zehn Kindern der Reischmann-Brüder sei eine Fortführung in Familienhand freilich nicht unwahrscheinlich. Bauliche Veränderungen seien kaum geplant. Nur die kleine Passage der Abteilung „Les Jeunes“ für junge Mode solle zurückgebaut werden, um so Verkaufsfläche im Erdgeschoss zu gewinnen und den Eingang neu zu gestalten. Erhalten bleiben auch das Wäschegeschäft Sylvia Weber und das Café „W“. Ob der Tabakladen im Erdgeschoss bleibt, müsse noch geklärt werden.

    Die Brüder Reischmann führen gemeinsam bislang 13 Textilgeschäfte in Ravensburg, Memmingen, Kempten und setzten so nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 90 Millionen Euro mit insgesamt 900 Mitarbeitern um. Walz als Geschäft Nummer 14 bereichere die Angebotspalette um Namen wie Burberry, Bogner oder Cambio nach oben. Wie Roland Reischmann betont, werde es keine Abwertung von Walz in ein kostengünstigeres Segment geben. Das sei der falsche Weg, Walz habe in Ulm seine Nische gefunden. Die scheidenden Geschäftsführer Regina, Bernd und Wolfgang Bleicher werden nach eigenem Bekunden „so lange unser Rat gesucht wird“, wie es Bernd Bleicher ausdrückte, versuchen, den Übergang so reibungslos wie möglich zu gestalten.

    Mehr Frequenz und mehr Wettbewerb in Ulm

    „Wir haben einfach Lust, es zu tun“, sagt Thomas Reischmann über den Antrieb des Trios. Denn das seit 106 Jahren bestehende Modehaus Walz runde das Angebot von Reischmann sowohl inhaltlich als auch geografisch ab. Ulm sei eine hochinteressante Stadt für den Textilhandel, so Roland Reischmann. Mehr Frequenz und mehr Wettbewerb seien die größten Unterschiede zu den bisherigen Reischmann-Standorten weiter südlich. In Ulm sei es im Gegensatz zu anderen Städten vorbildlich gelungen, den innerstädtischen Handel zu erhalten. Die geplante Einkaufsgalerie „Sedelhöfe“ sei ein weiterer Magnet, der mehr Menschen in die Innenstadt locke. Große Filialisten und mittelständische Unternehmen könnten sich gut ergänzen, wenn die Mischung stimmt. Wie Roland Reischmann berichtete, sei die Walz-Immobilie sehr begehrt gewesen, um so glücklicher sei er, dass er und seine Brüder den Zuschlag bekommen hätten. Zu den Interessenten gehörte, wie berichtet, auch Sport Sohn. Denn der 2001 erbaute Standort in der Bahnhofstraße 16 ist mit seinen 4000 Quadratmetern fast ein Drittel kleiner als das Walz-Gebäude.

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