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27. Januar 2012 09:33 Uhr

SEK-Einsatz in Ulm

Revolvermann: Verwirrt, betrunken oder beides?

Fieberhaft sucht die Polizei nach dem bewaffneten Mann, der Donnerstagnacht einen Großeinsatz auslöste. Die Polizei macht sich auch Sorgen um den Flüchtigen.

Nach dem Großeinsatz der Polizei in der vergangenen Nacht in der Ulmer Donaustraße sucht die Polizei auf beiden Seiten der Donau fieberhaft nach dem Mann, der mit einem Revolver in eine Zeitarbeitsfirma eingedrungen war. Mittlerweile gehen die Ulmer Behörden nach Angaben ihres Sprechers Reiner Durst davon aus, dass es sich bei dem Flüchtigen um die selbe Person handelt, die am Abend in einem Geschäft in der Frauenstraße mit einer Spielzeug-Schreckschusswaffe herumgeballert hatte. Es sei anzunehmen, dass der Mann "verwirrt, alkoholisiert oder beides" gewesen sei.

Nach derzeitigen Erkenntnissen gehe wohl keine echte Gefahr von dem Mann aus, der ebenfalls am Donnerstagabend mit seiner Waffe ein Kind im Söflinger Blumenweg erschreckt haben soll. Trotzdem laufe die Suche auf Hochtouren. Denn möglicherweise brauche der Mann selbst Hilfe. Keiner könne sicher sagen, was er in seiner Verwirrung noch alles anrichte.

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Und wenn er seine echt aussehende Spielzeugwaffe gegenüber den Falschen, etwa Wachleuten, ziehe, könnten diese in vermeintlicher Notwehr mit echten Waffen zurückschießen.

Es gebe mehrere polizeilich bekannte Personen, auf welche die Beschreibung der Zeugen zutreffe.  Diese würden nun überprüft.

Der bislang unbekannte, verwirrt wirkende Mann war nach Polizeiangaben gegen 18.30 Uhr in das Büro der Firma Trenkwalder in der Ulmer Donaustraße eingedrungen.

Dort bedrohte er zwei Angestellte mit einem vorgehaltenen silberfarbenen Revolver. Den beiden Mitarbeitern gelang es aber, sich in Sicherheit zu bringen, sie flüchteten und verständigten sofort die Polizei. Der mysteriöse Pistolenmann verfolgte sie nicht. Sofort rückte ein massives Polizeiaufgebot an und riegelte die Donaustraße zwischen Herdbrücke und Neuer Straße weiträumig ab. Die Herdbrücke wurde gesperrt. In der Umgebung verbreitete sich schnell das Gerücht, das sich in der Zeitarbeitsfirma eine bewaffnete Geiselnahme abspiele. Im Internet war zudem auch die Rede davon, dass der Bewaffnete zuvor in einem Bus Menschen bedroht habe.

Da die Polizei mit dem Schlimmsten rechnen musste, wurde das Spezialeinsatzkommando (SEK) aus Göppingen angefordert. Ein Zeuge, der das Geschehen von einem gegenüberliegenden Friseursalon aus beobachtete, sagte gegenüber unserer Redaktion, dass immer neue Polizeikräfte vor der Zeitarbeitsfirma Trenkwalder eingetroffen seien und das Gebäude umstellt hätten.

Das SEK-Kommando durchkämmte Raum für Raum

Das Spezialeinsatzkommando traf gegen 20.30 Uhr in einem großen Kastenwagen und mehreren schwarzen Limousinen am Einsatzort ein. Kommando durchkämmten Raum für Raum. Doch der Unbekannte blieb verschwunden – möglicherweise hatte er das Gebäude schon vor Eintreffen der Polizisten wieder verlassen. Nach Zeugenangaben dürfte der Unbekannte 20 bis 30 Jahre alt sein. Er wirkte ungepflegt, trug eine Baseball-Mütze, Ohrstöpsel, sowie eine blaue Jacke und war insgesamt dunkel gekleidet.

In der anderen Hand hatte er eine Bierflasche. Die Polizei prüft, ob ein Zusammenhang mit einem ähnlichen Vorfall in einem Geschäft in der Frauenstraße besteht. Wie ein Zeuge gegen 21.45 Uhr meldete, hatte dort gegen ein 18.45 Uhr ein ähnlich aussehender Unbekannter mit einer Kinderpistole hantiert und diese mehrmals abgefeuert. Er wurde deshalb aus dem Geschäft verwiesen.

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