Roggenburg „Das Feuer hat Angst“ – nur so konnte sich die fünfjährige Pia erklären, warum die brennende Kerze erlosch, als Roggenburgs Schulrektor Stefan Einfalt eine Tasse über die Flamme stülpte. Mit ihrer Oma Christine war Pia zum Tag der offenen Tür des Bildungszentrums im Kloster Roggenburg gekommen, an dem sich auch die Grundschule Roggenburg beteiligte. Pia erfuhr im Chemieraum der Schule, dass Feuer nicht aus Angst, sondern aus Sauerstoffmangel ausgeht, warum man Wasser nicht mit Öl mischen kann oder wie ein Luftballon zum Antrieb für ein Luftschiff wird.
Alle Türen stehen offen
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Zentrums für Familie, Umwelt und Kultur hatten Direktor Pater Roman Löschinger und sein Team eingeladen – alle Türen des Bildungszentrums standen für die Besucher offen. Ein buntes und erlebnisreiches Programm sorgte dafür, dass die Gäste Handfestes und Wissenswertes mit nach Hause nehmen konnten. Das Erlebnis der kleinen Pia mit Feuer und Wasser stand symbolisch für die elementaren Werte und Erlebnisse, die an diesem Tag Hunderten von Besuchern vermittelt wurden. Nach dem Anschneiden der Geburtstagstorte durch Pater Roman, den stellvertretenden Landrat Herbert Pressl und Roggenburgs Bürgermeister Franz-Clemens Brechtel öffnete der Markt der Möglichkeiten seine Pforten: Im Sudhaus wurde gesungen, es gab Führungen durchs Haus der Kunst, man konnte ein Bilderbuchkino bestaunen oder durfte einen Blick hinter die Klostermauern werfen. „Bildung braucht Träume und Räume zum Wohlfühlen. Diese stellen wir seit zehn Jahren zur Verfügung“, sagte Pater Roman beim Festakt. „Auf den Flügeln des Zentrums wird der Name Roggenburg weit über die Landesgrenzen hinaus getragen“, fügte Bürgermeister Brechtel hinzu. Gesagt, getan: Bei einem Luftballonwettbewerb stiegen Hunderte bunte Boten in den Himmel über dem Kloster. (mde)