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Charivari: Schmelztiegel Blues

Charivari

Schmelztiegel Blues

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    Start des Ulmer Bluesfestes: Sänger Michael Arlt an der Bluesharp.
    Start des Ulmer Bluesfestes: Sänger Michael Arlt an der Bluesharp. Foto: Foto: roma

    Ulm Musikfreunde zuhauf zum Start des Ulmer Bluesfestes im Charivari. Noch kurz bevor Frontmann Michael Arlt seine Harp zückte, pilgerten die Grüppchen den schmalen Weg zu den bereits proppenvollen Clubräumen der ehemaligen Bundesfestung empor. Und die Band stillte die hoch gesteckten Erwartungen mit einem handgestrickten Rhythm‘n‘& Blues, der zum Sitzen in dieser Blues-Hütte eigentlich zu schade war.

    Stilmix auch für die jüngeren Bluesfans

    Nicht erst, seit sie 2010 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde, zählen B.B. and The Blues Shacks zur Champions League des Blues. Ihr Repertoire schöpft aus den schwitzenden Urgründen der amerikanischen Baumwollplantagen. Doch ihre Mission erstickt nicht in Trauerfloor, sondern bereitet – wie im Charivari im ersten Jahr nach der 20-jährigen Geburtstagstour – mit kernigem Drive und frischer Performance – auch der jungen Generation ein prickelndes Schaumbad in der Menge.

    Denn da markiert das aktuelle Album „London Days“ ungezwungene Interferenzen zu Soul und Rock’n’Roll. Auch das originale Kontrabass-Outfit (Henning Hauerken) verbindet locker nostalgisches Covering mit urwüchsigem Drive. Doch auf der Bühne wirbeln und schwitzen zum Gründer-Gebrüderpaar „Maddy“ und Andreas Alt (Gitarre) noch Keyboarder Dennis Koeckstadt und Drummer Bernhard Egger, die das Funken sprühende Hildesheimer Quintett zur stilsicher verschmolzenen Rootsband komplettieren.

    Bluespionier T-Bone Walker wird beschworen. Der Boogie versandet nicht in Mainstream-Gewässern. Und dass das helle Stimmorgan von Michael Alt auch Tabacco-Road-Würze austeilen kann, begeistert die Bluesfreunde in der Ulmer Begegnungsstätte nicht zuletzt beim „tiefen Einstieg“ ins „You know my Love“ aus der Schatztruhe des Mississippi-Bluesers Otis Rush.

    Für die viel gereiste, spielfreudige und immer noch aufmüpfig agierende Chicago-, Louisiana- und Deltablues-Formation aus Hildesheim dürfte sich Ende April in Australien ein lang gehegter Lebenstraum erfüllen: Beim Byron Bay Bluesfestival teilen sie sich nicht nur mit rockgeschichtlichen Ichlingen wie ZZ Top, Jethro Tull, Bob Dylan oder Joe Louis Walker die Bühne, sondern The Blues Shacks treffen auch auf die lebende Blueslegende B.B. King. (roma)

    Bluesfest Im Charivari Ulm wird am Donnerstag, 24. März, die Chicagoer Topbluesband Mississippi Heat des Bandleaders und Harpplayers Pierre Lacocque erwartet, der mit Sängerin Inetta Visor und Gitarrist Carl Weathersby zwei schwarze Zugpferde in die Stuttgarter Straße 15 mitbringt.

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