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03. Februar 2012 12:13 Uhr

Hygiene

Schwarzen Schafen auf der Spur

Die sechs Lebensmittelkontrolleure im Landkreis Neu-Ulm hatten 2011 viel zu tun

Neu-Ulm/Ulm Ob saftiges Steak oder deftige Pizza – wer in Restaurants oder Imbissbuden etwas isst, erwartet, dass die Mahlzeit unter hygienischen Bedingungen zubereitet wurde. In den meisten Fällen ist das so, doch immer wieder gibt es auch negative Beispiele.

Auf diese schwarzen Schafe werfen die sechs Kontrolleure im Landkreis Neu-Ulm ein Auge. Tagaus tagein sind sie im Einsatz. Insgesamt 2800-mal sahen sie sich im vergangenen Jahr in Metzgereien, Kneipen, Schulküchen, Frittenbuden oder bei Großerzeugern um.

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Laut Sybille Herzog, Fachbereichsleiterin Gewerbe-, Gesundheit und Veterinärrecht, sind die meisten Betriebe gut geführt, es gibt nichts zu beanstanden. Gelegentlich bietet sich jedoch auch folgendes Bild: Die Küche strotzt vor Dreck, Lebensmittel schimmeln vor sich hin und die Pfannen wurden seit Wochen nicht gespült. Im schlimmsten Fall, so berichtet Herzog, dürfen die Kontrolleure den Betrieb vorübergehend dichtmachen.

Dann ordnen sie an, welche Mängel bis zu welchem Zeitpunkt behoben werden müssen. Meistens zeigten sich die Inhaber einsichtig und erfüllten die Auflagen. „Es ist immer sehr erfreulich, wenn es bei der Nachkontrolle dann keine Beanstandungen mehr gibt“, erklärt Herzog. Oft seien es ohnehin kleinere Verstöße, bei denen es genügt, wenn die Kontrolleure eine Verwarnung aussprechen. Das kostet den Betroffenen dann maximal 35 Euro.

Wie oft ein Betrieb routinemäßig kontrolliert wird, hängt auch davon ab, wie die Risikoeinstufung der Kontrolleure ausfällt. „Eine Metzgerei hat beispielsweise an sich schon ein höheres Risiko als ein Getränkehandel, der nur Flaschen verkauft“, erklärt Herzog. Regelmäßig meldeten sich auch Bürger, die unsaubere Lebensmittel verzehrt hätten. „Solchen Fällen gehen wir immer nach“, sagt Herzog. Man wolle Betriebe, die Mängel aufweisen, „auf den richtigen Weg“ bringen.

Eine Menge Arbeit haben auch die drei Lebensmittelkontrolleure in Ulm. Um die 1500 Überprüfungen haben sie im Jahr 2011 durchgeführt. Dr. Thomas Ley, Leiter des Veterinäramtes, zeigt sich deshalb erfreut, dass seit Anfang des Jahres ein vierter Kontrolleur ausgebildet wird, der das Team nach der Ausbildung verstärken wird.

Chef befürchtet Personalprobleme

Ein Personalproblem sieht Ley, wenn das Vier-Augen-Prinzip verpflichtend eingeführt werden sollte und Kontrolleure nur noch jeweils zu zweit einen Betrieb aufsuchen dürfen. „Dafür sind wir zu wenige“, sagt Ley.

In manchen Fällen sei es jedoch aus Gründen der Sicherheit notwendig, dass die Kontrolleure nicht alleine kämen. Denn oft ist ihr Besuch nicht gerade erwünscht und die Kontrollierten reagierten aggressiv. Das sei aber die Ausnahme. Durch Erfahrung und entsprechendes Auftreten könnten Konflikte in der Regel vermieden werden.

„So wie es in den Wald reinschreit, kommt es auch wieder raus“, sagt Ley.

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