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Motivation: „Sich den Allerwertesten aufreißen“

Motivation

„Sich den Allerwertesten aufreißen“

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    Grenzenlose Begeisterung: Die Region ist im Basketball-Fieber.
    Grenzenlose Begeisterung: Die Region ist im Basketball-Fieber.

    Neu-Ulm In der vergangenen Saison noch Platz 14 in der Tabelle, in dieser Spielzeit im Halbfinale: Basketballtrainer Thorsten Leibenath hat Ratiopharm Ulm in den vergangenen Monaten auf Erfolgskurs gebracht. Und in der Region eine Welle der Begeisterung ausgelöst: Die Fans strömen in Scharen in die neue Arena, regelmäßig feiert ein volles Haus die Körbe von Per Günther, John Bryant und Co. Die Tickets für Heimspiele sind heiß begehrt, der erste Halbfinal-Sieg gegen Würzburg ist eingefahren und zufriedene Sponsoren denken über höhere Investitionen nach. Wie machen die das nur? Diese Frage stellen sich zahlreiche Unternehmer in der Region – und suchten die Antwort gestern Morgen bei einem sogenannten Business-Frühstück der regionalen Vertreter des Mittelstandsverbands (BVMW) in der Ratiopharm-Arena. Dort sprach Thorsten Leibenath, im April mit dem Titel „Trainer des Jahres“ der Basketball-Bundesliga ausgezeichnet, im proppenvollen Business-Club über seinen „Weg zum Teamerfolg“. Und über sein Credo: Motivation durch Begeisterung.

    Rezept für ein erfolgreiches Basketball-Team

    Vor rund 160 Zuhörern schilderte der Trainer sein Rezept für ein erfolgreiches Basketball-Team: „Immer 100 Prozent geben und Spaß an der Arbeit haben.“ Oder etwas deutlicher: „Es ist wichtig, dass sich die Jungs auf dem Feld für die Fans den Allerwertesten aufreißen.“

    Am Anfang stand eine Vision: Im Sommer vor einem Jahr fassten Leibenath und sein Stab ihre Ziele für die laufende Saison ins Auge. Nummer eins: „Wir wollen in die Playoffs.“ Zweitens: „Die Arena soll eine Festung werden.“ Beide wurden erfüllt: Am Donnerstag geht es ins zweite Halbfinal-Spiel und in der Saison ging nur ein Heimspiel gegen Meister Bamberg verloren. Aber vor dem großen Wurf standen viele kleine Schritte: Zunächst sollten die Spieler einen einfachen Leitspruch umsetzen: „Um jeden Ball kämpfen.“ Die Folge: Sie konnten viele Rebounds holen und danach oft punkten.

    Unbedingten Einsatzwillen formte der Trainer durch ermutigende Manöverkritik: „Mehr Positives als Negatives hervorheben.“ Durch Lob brächten Spieler bessere Leistungen, als wenn „immer nur Druck“ aufgebaut werde, so Leibenath. Ein Beispiel: der Scharfschütze Isaiah Swann. „Wenn ich ihn im Spiel vor allen zwölf Teamkameraden rundmache, schaltet er ab und lässt nichts mehr an sich heran.“ Mehr erreicht der Trainer über ein Gespräch unter vier Augen. „Das ist zielorientierter“, sagte der 37-Jährige. Und fügte lächelnd hinzu: „Was nicht heißen soll, dass wir einen Freifahrtschein für Sensibelchen ausstellen.“

    Konditionsläufe absolvieren, Hanteln stemmen und bis zu 80 verschiedene Spielsysteme in und auswendig können: Die Arbeit für den Erfolgskurs sei für die Mannschaft teils „bitter“ gewesen, so Leibenath. Etwa wenn die Trainingswoche am Montagmorgen gleich mit einem Krafttraining beginne: „Von den Jungs wird viel eingefordert.“

    Stimmung in der Arena als Ansporn

    Wie er sich, die fordernde Halbfinalserie und vielleicht sogar mehrere Finalspiele vor der Brust, denn selbst jeden Tag motiviere, wollte ein Zuhörer von Leibenath wissen. Der musste keine Sekunde überlegen: „In der Halle brüllen im Schnitt 5500 Leute wie verrückt für uns. Es gibt nichts Schöneres, als vor so einer Kulisse zu gewinnen.“ Sein Tipp an die Firmenchefs: „Suchen Sie sich Mitarbeiter, die Spaß an ihrer Arbeit haben.“

    Karl-Heinz Raguse, der Regionalgeschäftsführer des BVMW, freute sich über den Andrang der Geschäftsleute beim Business-Frühstück: „Normalerweise kommen 50 bis 60 Mittelständler, dieses Mal waren es fast drei Mal so viele.“ Er erklärt dies mit dem Basketball-Fieber, das seit den unerwarteten Erfolgen von Ratiopharm Ulm von der Region Besitz ergriffen habe: „Es ist sensationell, was hier passiert.“ Die Geschäftswelt könne sich vom Basketball einiges abgucken, glaubt Raguse: „Es ist ein schnelles, emotionales Spiel. Wir können viel Kraft mitnehmen.“

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