Senden Senden geht mit gutem Beispiel in Zeiten der Energiewende voran und installiert mehr und mehr Solarflächen. Die Jüngste steht jetzt fix und fertig auf dem Dach des Rathauses und soll in Kürze laufen. Im Klartext heißt das: Senden verpachtet Dachflächen von öffentlichen Gebäuden an externe Firmen und kassiert zwei Prozent des Jahresertrages an Strom dafür, der ins allgemeine Netz eingespeist wird.
Auf allen drei Teilgebäuden des Sendener Rathauses sind die Module inzwischen eingebaut. Eigentlich hätte die Fotovoltaikanlage schon in Betrieb sein sollen, allerdings gebe es noch einige Anschlussschwierigkeiten mit der SWU. Am morgigen Donnerstag werden zudem Techniker erwartet, die die neueste Blitzschutztechnik auf dem Dach anbringen. Zusätzlich zu fast 440 Solarplatten.
Das Rathaus ist das letzte öffentliche Gebäude in Senden, das mit Solarmodulen ausgestattet wird. Bürgermeister Kurt Baiker propagiert schon lange den Schritt „weg von den Schornsteinen“ und hin zu mehr Umweltfreundlichkeit.
Sendens Energie ist inzwischen voll „öko“. Denn die Stadt Senden versorgt sich zu 100 Prozent klimaneutral. So kann der komplette private Strom, den die 23100 Einwohner verbrauchen, aus eigenen Quellen gespeist werden. Die Einwohner Sendens verteilen sich auf 13400 Haushalte. Der durchschnittliche Verbrauch eines Haushaltes beträgt 2700 Kilowattstunden. Daraus errechnet sich ein Strombedarf der Privathaushalte der Stadt von rund 35000 Megawattstunden. Aus eigener Wasserkraft können im Jahr 14050 Megawattstunden (entspricht 26,6 Prozent) erzeugt werden. Diese stammt aus dem Mühlbach und dem Werkkanal. Im Steinle, in der Weberei Ay und in Freudenegg sind das jeweils 400 Kilowatt Leistung, in der Spinnerei bei der Hauptstraße 640 Kilowatt. Fotovoltaik bringt in Senden 5,2 Prozent der Energie, das sind im Jahr 2750 Megawattstunden. Das neue Holzgaskraftwerk der SWU wird im Jahr 36000 Megawattstunden Strom erzeugen – ein Löwenanteil von 68,2 Prozent. Das heißt, wenn es am Netz ist. Darauf wartet die Stadt allerdings derzeit noch, da technische Probleme nach wie vor zu schaffen machen. Erst am Samstag hatte es erneut einen Probebetrieb gegeben.