Noch ist die Ursache des Brands in einer Weißenhorner Recyclingfirma am Freitag unklar: Die Polizei ermittelt zwar, wird ihre Recherchen aber wohl bald einstellen, deutete Gerhard Klingler, der Leiter der Polizeiinspektion Weißenhorn, gestern auf Anfrage an: „Da kein hoher Sachschaden entstanden ist, wird es keine tiefergehenden Nachforschungen geben.“ Ein Sachverständiger soll nicht eingeschaltet werden.
Klinger geht davon aus, dass Sonnenstrahlen den Metallberg in Brand gesteckt haben könnten. In dem Schrott sollen sich Fahrzeugteile befunden haben: Eine Glasscheibe könnte wie ein Brennglas gewirkt haben. Die Feuerwehr vermutet, dass sich bei den warmen Temperaturen am Freitag brennbare Substanzen an den Metallen, etwa Diesel oder Öl, entzündet haben. Die schwarzen Rauchschwaden über dem brennenden Schrottberg waren bis weit über Weißenhorn hinaus zu sehen.
Beunruhigte Bürger meldeten ihre Beobachtungen per Telefon. Klingler beschwichtigt: „Der Einsatz war spektakulär, aber der Anlass im Nachhinein nicht besonders großartig.“ Bagger drücken Metallteile auseinander Wie berichtet war das Feuer am Freitag gegen 16.15 Uhr ausgebrochen. Ein meterhoher Schrotthaufen auf dem Gelände der Firma stand lichterloh in Flammen. Rund 50 Feuerwehrleute aus Weißenhorn, Grafertshofen und Witzighausen löschten das Feuer. Anwohner wurden per Radiodurchsage vorsorglich gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Verletzte gab es nicht – aber der Einsatz gestaltete sich langwierig: Mit zwei Baggern wurden die Metallteile auseinander gedrückt, damit die Löschkräfte die Hitzenester aufstöbern konnten. Die Feuerwehrleute setzten Schaum ein: „Wir wussten ja nicht genau, was da brennt“, sagt Wilhelm Schneider, der Kommandant der Weißenhorner Wehr. Wasser würde brennenden Dieselkraftstoff nur verteilen.
Im Zuge der Baggerarbeiten sei „alles mögliche“ unter dem Berg hervorgekommen, etwa eine Autokarosserie. Was genau gebrannt hat, kann Schneider nicht sagen: „Es könnten auch Autoreifen gewesen sein.“ Der Einsatz dauerte über drei Stunden, erst gegen 19.30 Uhr rückten die Löschkräfte ab. Von Brandstiftung gehen die Ermittler nicht aus, bestätigte Thorsten Ritter, Sprecher des Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, in Kempten auf Nachfrage: „Es würde keinen Sinn machen, ein Feuer in einem Schrotthaufen zu legen.“ Auch Schweißarbeiten kämen als Ursache in Frage. Vor einem Jahr war bei einem Feuer in einer anderen Recyclingfirma im Eschach ein Millionenschaden entstanden. Monate zuvor waren die Geschäftsräume dieser Firma, die mit Metallen handelt, von Steuerfahndern durchsucht worden. Die Ursache des Brands konnte nicht festgestellt werden.
Ein Video von den Löscharbeiten finden Sie hier.