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Spieglein, Spieglein, in der Wand

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Spieglein, Spieglein, in der Wand

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    Eine Mauer und ihr Erbauer: Dan Raul Pintea im AdK-Theaterhaus.
    Eine Mauer und ihr Erbauer: Dan Raul Pintea im AdK-Theaterhaus. Foto: Foto: Kaya

    Ulm An Mauern mangelt es im Fort Unterer Kuhberg nicht – das hat eine Festungsanlage eben so an sich. Eine weitere ist gestern bei der Eröffnung der neuen Ausstellung von Visual Kontakt im Obergeschoss des Theaterhauses dazugekommen: Unter dem schlichten Titel „Projekt“ hat der rumänische Künstler Dan Raul Pintea eine Tür in dem Kunstraum zugemauert – und macht die Wand aus Backsteinen zum Teil einer Installation, die mit der Neugier und den Erwartungen der Betrachter spielen will.

    Pinteas Ausstellung ist das zweite Kunstprojekt von Visual Kontakt bei der AdK. Und noch mehr als „Nationalismus“ von Andrei Ciurdarescu Torre lebt sie vom Performancecharakter: Die Vernissage wurde zum Mauer-Happening. An den Vorbereitungen hat der 30-Jährige bereits seit Sonntag gearbeitet: In einem (beheizten) Atelier im Theaterhaus arbeitete er – inspiriert von Ulm und dem Gemäuer – am Konzept. Und umgeben von so vielen Mauern, beschloss er selbst eine zu errichten. Ein vieldeutiges Bild: Für Pintea stehen die Ziegel für die Solidität und den Baufleiß der Ulmer; gleichzeitig ist eine Wand immer auch Hindernis, vier davon sind manchmal ein Gefängnis.

    In die Mauer eingefügt ist ein kleines Element, ein rechteckiger Spiegel, auf den er die in seiner Arbeit typischen farbigen Prismen gemalt hat. Der Spiegel, so Pintea, sei wie ein Fenster – denn jede Wand macht den Betrachter neugierig auf das, was dahinter liegt. Doch wie so oft in der Kunst: Man entdeckt doch wieder nur sich selbst. Allerdings, so Pintea, sich selbst in einer anderen Realität. (mgo)

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