Elchingen Drei Jahre ist es her, als Dr. Rüdiger Zischak vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth dem Elchinger Gemeinderat den dringenden Rat gegeben hatte: „Handeln Sie, bevor das Kind in den Brunnen fällt.“ Es ging um die Sicherung der Elchinger Wasserversorgung bis 2018. Die Gemeinde handelte. Und trotzdem muss sie jetzt vermutlich mehr als zwei Millionen Euro investieren.
Elchingen hatte vor drei Jahren über die Bewirtschaftungsverträge mit den betreffenden Landwirten Sofortmaßnahmen zum Grundwasserschutz ergriffen, drei Vorfeldmessstellen errichtet und eine UV-Anlage installiert. Die Vorfeldmessstellen melden 70 Tage vor Einlauf des Grundwassers in die Brunnen eventuelle Grundwasserverunreinigungen. Die UV-Anlage reinigt Tag und Nacht das gesamte Trinkwasser und eliminiert eventuelle Verkeimungen. Sie ersetzt auch bei Verunreinigungen den Chloreinsatz.
Das alles reicht jedoch nicht aus, um die Versorgung der Gemeinde Elchingen mit eigenem Trinkwasser nach 2018 zu garantieren, wie Ingenieur Ulrich Pühler vom Ingenieurbüro Wassermüller dem Gemeinderat in einem Strukturgutachten vorlegte.
Die verschärften Vorschriften bedingen Investitionen von insgesamt 2,6 Millionen Euro, wenn Elchingen für die Gemeindeteile Ober- und Unterelchingen sein eigenes Trinkwasser behalten will. Als Alternative könnte die Gemeinde ihr gesamtes Trinkwasser von der Landeswasserversorgung beziehen, die bereits Thalfingen komplett mit Wasser versorgt.
Das würde bei 2,15 Millionen Euro Gesamtkosten vordergründig 450000 Euro billiger und würde den Preis pro Kubikmeter Wasser voraussichtlich von 45 Cent auf 41 Cent senken, wie Bürgermeister Joachim Eisenkolb „vorsichtig“ schätzte.
Ob es sich aber bei stetig steigenden Wasserpreisen der Landeswasserversorgung auf Dauer auszahlen würde, konnte auch Ulrich Pühler nicht beantworten.
1,3 Kilometer lange Leitung müsste verlegt werden
„Es zeichnet sich ab, dass die Landeswasserversorgung ihre Preise nicht halten kann, da sie sehr viel Geld in ihr Leitungsnetz stecken muss“, sagte auch Bürgermeister Joachim Eisenkolb. Bei einem ausschließlichen Bezug des Trinkwassers durch die Landeswasserversorgung müsste unter anderem eine etwa 1,3 Kilometer lange Leitung von Böfingen nach Elchingen verlegt werden.
Um auch nach 2018 Wasser aus den Brunnen des Wasserschutzgebietes verwenden zu dürfen, müssten 700000 Euro in eine neue Filteranlage investiert und der Schweißgraben, der durch das Wasserschutzgebiet läuft, für 150000 Euro verrohrt werden. Der 240 Kubikmeter fassende Hochbehälter in Oberelchingen muss durch einen 1600 Kubikmeter fassenden Behälter ersetzt werden, damit die Wasserversorgung bei Störungen für mindestens einen Tag gesichert ist. Dadurch würde sich auch der Energieverbrauch durch das ständige Nachpumpen in den Hochbehälter verringern. Der Gemeinderat votierte einstimmig für die Investitionen in das eigene Wasser, die – wenn die Gesetzeslage bleibt – auch ein Weiterbestehen des Wasserschutzgebietes nach 2018 garantieren. (mde)