Heute eröffnet die 240 Millionen Euro teure Chirurgie des Universitätsklinikums Ulm. Die Ausmaße des Bauprojektes sind enorm. Von Michael Ruddigkeit



Heute findet die offizielle Eröffnung der neuen Chirurgie des Universitätsklinikums Ulm statt. Vier Jahre nach der Grundsteinlegung ist eines der größten Bauprojekte Baden-Württembergs fast vollendet: Das Bauwerk, das auf einer Fläche so groß wie vier Fußballfelder entstand, kostet mit Ausstattung 240 Millionen Euro und soll Platz für Patienten in einem Einzugsgebiet von Aalen bis zum Bodensee und weit bis nach Bayern hinein bieten. Zur Eröffnungsfeier wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erwartet.
Für das Universitätsklinikum Ulm ist der Neubau ein Meilenstein, der das Großkrankenhaus im Wettbewerb mit anderen Kliniken langfristig stärken soll. Die neue Chirurgie wurde direkt neben dem bestehenden Zentrum für Innere Medizin auf dem Oberen Eselsberg gebaut. Damit sind die beiden größten Abteilungen des Klinikums, die jahrelang sieben Kilometer voneinander entfernt waren, an einem Ort zusammengeführt.
Bislang befindet sich die Chirurgie im ehemaligen städtischen Krankenhaus auf dem Safranberg – unter sehr beengten Verhältnissen. Zur Sanierung der alten Gebäude hätten in den nächsten Jahren gut 50 Millionen Euro investiert werden müssen. Stattdessen hat das Universitätsklinikum die Initiative ergriffen und beschlossen, selbst Bauherrin für die neue Chirurgie zu werden – ein Novum bei einem Vorhaben dieser Größe.
Das Uniklinikum, das 2011 erstmals seit Jahren rote Zahlen schrieb, greift für das ehrgeizige Vorhaben tief in die Tasche. Von den Gesamtkosten trägt das Krankenhaus 135 Millionen Euro selbst, außerdem finanziert es den Anteil des Landes vor. Für das Bauvorhaben hat das Uniklinikum erstmals in seiner Geschichte einen Kredit aufgenommen. Langfristig soll sich die Investition bezahlt machen. Die Geschäftsführung erhofft sich durch die Konzentration der Abteilungen an einem Standort erhebliche Synergieeffekte – entlassen werden soll aber niemand, wurde bislang stets betont. Derzeit arbeiten am Universitätsklinikum Ulm insgesamt 6.850 Beschäftigte.
In dem neuen Gebäude kommen neben der Chirurgie auch die Anästhesie, die Radiologie und die Hautklinik unter. Das Haus verfügt über 235 Normalpflegebetten, 80 Intensiv- und Überwachungsbetten sowie 15 Operationssäle.
Das Klinikum erhofft sich eine deutliche Steigerung der Patientenzahlen. Voriges Jahr wurden insgesamt etwa 46000 stationäre und 275000 ambulante Fälle verzeichnet. Bis die ersten Zimmer in der neuen Chirurgie bezogen werden, vergehen allerdings noch fünf Wochen: Am 15. Juni, dem „Tag X“, werden sämtliche Patienten, egal wie gebrechlich, verletzt oder krank sie sind, von der alten Klinik in das neue Haus auf dem Oberen Eselsberg gebracht.



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