Auch in Ulm regt sich Widerstand gegen das geplante Bahnprojekt Stuttgart 21. Das neu gegründete Bündnis "K 21 - gut für Ulm" wirbt für den Erhalt des Kopfbahnhofs. Von Michael Ruddigkeit



Während die Proteste gegen das Milliardenprojekt Stuttgart 21 in der Landeshauptstadt nicht abreißen, sind die Demonstrationen in Ulm bislang noch relativ überschaubar. Die Grünen wollen jetzt gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Ulmer Bürger stärker mobilisieren. Dazu haben sie das Aktionsbündnis "K 21 - gut für Ulm" gegründet, das für ein Alternativkonzept zu Stuttgart 21 wirbt.
"K21" steht für "Kopfbahnhof 21" und sieht vor, dass der Stuttgarter Bahnhof nicht tiefergelegt, sondern als Kopfbahnhof erhalten bleibt und modernisiert wird. An der Neubaustrecke Ulm - Wendlingen soll hingegen festgehalten werden. Jürgen Filius, Kreisvorsitzender der Grünen, setzt sich für einen Baustopp bei Stuttgart 21 ein, um dann die Bürger entscheiden zu lassen: "Mein Vorschlag ist, über einen Volksentscheid für klare Verhältnisse zu sorgen." Stuttgart 21 sei ein Thema, das landesweite Bedeutung habe. Denn, so das Argument der Gegner, die Milliarden, die für die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs ausgegeben werden, fehlen anschließend für andere Verkehrsprojekte in ganz Baden-Württemberg - beispielsweise für das geplante S-Bahn-Netz in der Region. "Ich habe die Sorge, dass der Kannibale Stuttgart 21 uns diese Gelder alle wegfrisst und wir keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr haben", sagte Filius.
"Wichtig ist, dass der Widerstand gegen Stuttgart 21 ins ganze Land getragen wird", sagte Berthold Frieß, Landesgeschäftsführer des BUND. "Wir wollen einen Stein ins Rollen bringen." Stuttgart 21 sei nicht nur unverhältnismäßig teuer, sondern werde auch den Regionalverkehr insgesamt verschlechtern.
"Unser Ziel ist ein möglichst leistungsfähiger Bahnknoten", sagte Werner Korn, Landesgeschäftsführer des VCD. "K21" funktioniere, "egal, was die Gegenseite behauptet". Das Alternativkonzept sei sehr viel günstiger und könne Stück für Stück umgesetzt werden. Er sei "ein bisschen verärgert, wenn sich Leute wie OB Ivo Gönner oder Martin Rivoir hinstellen und blumig etwas sagen, was sie in einer DB-Werbebroschüre gelesen haben".
Das Gründungstreffen für das Aktionsbündnis findet am Dienstag, 14. September, um 20 Uhr im großen Saal der Ulmer Musikschule (Münsterplatz 19) statt. Michael Ruddigkeit
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